Workshop in Hakahana

15 10 2009



(sm)  Vor einem halben Jahr hatte ich mit der Leiterin des Hakahana Hope Project, Rina da Cruz begonnen, einen Workshop zu planen. Dort sollten die Volonteers des Centers neben der Vermittlung von pädagogischen Grundlagen auch selber Lernspiele mit ganz einfachen Mitteln herstellen. Nun erhielten wir von einer von Us Aid finanzierten hiesigen NGO das notwendige Geld. Somit konnte es losgehen und nach einer langen Wartezeit wurde der Workshop nun innerhalb  ein paar Tagen auf die Beine gestellt. Mit Rina zusammen gings nun auf Einkaufstour: Farben, Blätter, Leim, Hefte und vieles mehr wurde eingekauft und während eines Nachmittags stand die Grobplanung für den Tag.

Der Kurs fand an einem Sonntag statt, was eigentlich nur mich anfänglich irritierte. Es fanden sich 15 junge Freiwillige ein. Diese jungen Frauen und Männer, zwischen 13 und 18 Jahren, kümmern sich um die Kinder, die während drei Tagen in der Woche dieses Center besuchen (ich habe bereits in einem früheren Rundbrief von diesem Projekt berichtet).

Nun gings ans Basteln, Schneiden, Leimen und Malen. Es wurden verschiedenste Spiele zur Förderung der Konzentration und Koordination hergestellt. Für die Vorschulkinder entstanden Spiele um die Farben und Formen zu erlernen.

Am Ende des Morgens stellten alle einander die fertiggestellten Arbeiten vor und am meisten Spass machte es den Volonteers dann natürlich, die Spiele selber auszuprobieren.

Den Höhepunkt des Tages bildete der Abend, als alle 350 Kinder des Projekts in dem grossen Zelt, das gleichzeitig als Kirche dient, Tänze, Lieder und Theaterstücke aufführten.

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Fruehlingsferien 2009

2 09 2009

Bilder ganz unten…

Wir wussten ja, dass der Winter in Windhoek kalt ist, und doch haben wir uns nach 3 Monaten mit kurzen Tagen und teils eisigen Nächten (selbstverständlich mit Einfachverglasung und ohne Zentralheizung) richtig dannach gesehnt, dass wir endlich mal wieder zelten gehen können. Die Hochzeit von Ebba im Ovamboland gab uns die Richtung vor, zum zweiten Mal reisten wir in den Nordwesten des Landes.

20. August 2009

Windhoek – Oshikuku (750 Teer)

Wir hatten ja ernste Befürchtungen, ob unsere Kinder den langen Trip nach Oshikuku durchstehen würden, doch siehe da, alles ging glatt. Trotzdem waren wir müde und froh, als wir ankamen und haben ein feines Braai mit Bier bei Renate und Ruedi genossen.

21. August 2009

Oshikuku – Onesi – Oshikuku (210 km Teer, 60 km Feldweg)

Siehe http://pionierspark.wordpress.com/2009/08/30/ovambo-hochzeit/

22. August 2009

Oshikuku – Kunene River Lodge (150 km Teer, 60 km Feldweg)

Gerne wären wir noch eine Weile in Oshikuku geblieben, doch natürlich wollten wir Renate und Ruedi nicht zu lange beanspruchen und ausserdem zog uns die Neugierde auf den uns noch unbekannten Kunene. Drum machten wir uns gegen Mittag auf Richtung Kunene River Lodge. So „langweilig“ die Fahrt bis nach Ruacana war, so überraschend und schön war die Abfahrt ins Kunene Tal und auf der recht ordentlichen Pad (gute Bodenfreiheit vorausgesetzt) entlang des Kunene bis zu unserem Etappenziel. Einmal bei der Kunene River Lodge angekommen, verlängerten wir gleich als erstes unsere Reservierung auf 2 Tage weil es uns dort so gefiel: Der Camping unter den grossen schattigen Bäumen ist zwar fuer namibische Verhältnisse recht eng, doch die tropische Vegetation in mitten dieser eingentlich kargen Landschaft war eine tolle Abwechslung. Dazu der träge dahin fliessende Kunene und freche Äffchen, die im Geäst rumturnen… einfach ideal zum Entspannen. Einzig beim Kochen zeigte sich, dass wir schon lange nicht mehr über und im Feuer gearbeitet hatten, die Kartoffeln waren entsetzlich angebrannt…

23. August 2009

Kunene River Lodge

Schon am Vortag drängten uns die Kinder eines der Kanus zu mieten und auf dem Fluss ein wenig paddeln zu gehen. Heute gab es kein Entrinnen mehr und wir überwanden unsere Angst vor den Krokodilen und ertrinkenden Kindern. Kaum auf dem Wasser stellte a) Papa fest, das das paddeln doch recht anstrengend ist b) die Kinder fest, dass die Eltern es tatsächlich ernst meinten mit dem Stillsitzen und somit das ganze eigentlich gar nicht sooo lustig ist (schon gar nicht mit diesen riesigen Schwimmwesten). Trotzdem schafften wir es bis zum anderen Ufer (und noch ein bisschen weiter) und können somit verkünden, dass wir für ca. eine Minute illegal nach Angola ein- und ausgereist sind!

Nach dem Abendessen liessen Leon und Lou dann verlauten, dass das Bootsfahren ganz toll gewesen sei und sie morgen unbedingt nochmals gehen wollten…

24. August 2009

Kunene River Lodge - Epupa Falls (170 km Feldweg)

Unterkunft: Community Camping beim Dorfeingang

Mit der Begründung, dass es heute wieder ein weiter Weg werde, schlugen wir den Wunsch der Kinder nach einer erneuten Bootsfahrt aus und machten uns auf den Weg ins Land der Himbas. Dieses Nomadenvolk lebt im äussersten Nordosten Namibias und wird wegen seiner „traditionellen“ Lebensform (man koennte auch sagen Leben in Armut…) gerne als Fotosujet von Reisenden gewählt. Viele Reisende unternehmen eine gefuehrte Tour in ein Himbadorf, auch wir wussten noch nicht so recht, ob wir eine unternehmen sollten.

In Epupa Falls waren wir erst mal überrascht über die Hitze – kaum vorzustellen wie heiss es dort im Dezember sein dürfte… Da der Kunene nicht sehr viel Wasser führte, konnte man die Fälle gut besichtigen, aber mit mehr Wasser ist es sicher eindrücklicher. Dafür konnte man baden, allerdings besser nur an Orten wo auch die Einheimischen baden, denn die Krokodile lauern… Erst in diesem Herbst wurde dort ein amerikanischer Tourist gefressen!

Jürg fand Epupa etwas bedrückend, da wir bislang nirgends in Namibia ein so nahes Aufeinanderleben von arm und reich (Tourist) erlebt hatten. Hier kommen wir mit unserem tollen Auto, packen unsere fancy Campingsachen aus und daneben laufen die Einheimischen zum Fluss um Trinkwasser zu holen, Wäsche zu waschen, zu duschen… Da fällt einem wieder einmal auf, wie „gründlich“ Armut und Reichtum in Namibia getrennt sind.

25. August 2009

Epupa Falls – Camp Aussicht (Joubert Mountains; 260 km Feldweg)

Nicht dass Epupa Falls oder Kunene River Lodge die grosse Wildnis wäre, aber wir haben uns doch darauf gefreut, nach Opuwo zu kommen und mal wieder frisches Gemüse und Früchte kaufen zu können (unser letzter Einkauf kam noch aus Windhoek). Zudem waren wir erleichtert, dass wir es bis dorthin geschafft hatten, da wir unterwegs kurz mal unsicher wurden ob wir auch genuegend Benzin dabei hätten. (Keine Angst Grosseltern: als wir unsicher wurden, haben wir in der Kunene River Lodge fuer eine Unsumme noch 20 Liter zu unseren Reserven dazugekauft. Am Schluss reichte es locker!)

Unterwegs wurde es Lou plötzlich übel und auf einen Schlag ergossen sich Frühstück und Früche ins Auto. Also anhalten und putzen. An und für sich ist das ja nicht erwähnenswert, wenn wir nicht innerhalb von wenigen Sekunden von Himbakindern belagert worden wären, die gerne alles mögliche von uns gehabt hätten. Wir haben sie schliesslich mit Äpfeln versorgt und durften im Gegenzug ein Foto machen. Auch wir waren also der Verlockung erlegen. Dafür haben wir später auf den Besuch des Himba-Dorfs verzichtet. Von Opuwo gings noch eine Stunde weiter Richtung Süden bis zum Camp Aussicht. Dieses wird seinem Namen vollauf gerecht und wir genossen einen tollen Sonnenuntergang.

26. August 2009

Camp Aussicht – Warmquelle (100 km Feldweg)

Unterkunft: Ongongo Falls Camp

Am nächsten Morgen gingen wir noch die zu Camp Aussicht gehörende Mine besuchen, die Karl Steiner (nein, nein, nicht mein ehemaliger Chef) vor geraumer Zeit angelegt hatte um Mineralien und Kristalle abzubauen. Papa und die Kinder waren aus dem Häusschen, Simi genoss einen gemütlichen Morgen…

Da für einmal nur eine kurze Tagesetappe anstand, waren wir schon früh bei einem unserer Lieblingsplätze in Namibia, den Ongongo Falls (siehe auch http://pionierspark.wordpress.com/2008/08/24/die-erste-reise/ ). Leider waren die beiden schattigen Plätze beim natürlichen Pool mit Wasserfall schon besetzt, aber wir fanden weiter unten im Tal eine schönes Plätzchen für unser Zelt. Der Sprung ins klare Quellwasser ist immer wieder toll aber noch fast spannender ist es, die Reaktion der Neuankömmlinge zu beobachten, wenn sie nach einem langen Tag im Auto zu dieser Oase kommen!

27. August 2009

Ongongo Falls Camp

Wohlweislich hatten wir dieses mal zwei Tage in unserer kleinen Oase vorgesehen. Diese hielt auch jetzt noch immer Überraschungen fuer uns bereit: Am Morgen erkundeten wir erst die Quellen oberhalb des Pools, später entdeckten wir zwei kleine Wasserschildkröten im Pool. Wie die wohl hierher gelangt sind?

28. August 2009

Ongongo Falls Camp - Otjitotongwe Cheetah Farm (an der C40 Richtung Outjo, 30 km Teer, 250 km Feldweg)

Eigentlich wollten wir ja auf dem Weg nach Kamanjab eine Abkürzung durch die Berge nehmen und nicht über Palmwag fahren. Doch nachdem wir die Abzweigung verpasst hatten und unser GPS den ursprünglich geplanten Weg nicht kannte (was ein schlechtes Zeichen ist, denn die T4A-Karten sind nach unseree Erfahrung sehr zuverlässig), nahmen wir doch den Umweg in Kauf. Und wir wurden für die 75 km Umweg reich belohnt: Im letzten Jahr hat es in diesem Gebiet, das östlich des Etosha Nationalparks liegt viel geregnet und überall sah man Wild: Springböcke, Oryx, Zebras, Kudus, Giraffen und als Highlight sogar einen Elefanten, an dem wir fast vorbeigefahren wären. WOW!

In Kamanjab stürzten wir uns auf die Kühltruhen: Endlich mal wieder ein Glace! Nachdem wir unsere Lust gestillt hatten, fuhren wir weiter zu unserer Unterkunft. Wir wollten unseren Kinder Geparde zeigen. Nach sorgfältigen Instruktionen durften wir die 3 zahmen Geparde (davon ein Baby!) sogar streicheln. Ein zwiespältiges – aber auch eindrückliches – Erlebnis diese grossen Raubkatzen von so nahe erleben zu können. Anschliessend gings zur Fütterung ins Wildgehege. Auf 250 ha leben 17 Geparden – und sonst wohl nichts mehr was grösser ist als eine Maus und nicht fliegen kann.

29. August 2009

Otjitotongwe - Windhoek (450 km Teer)

Noch eine letzte Überraschung vor der langen Heimreise: Als wir zum Begleichen der Rechnung zum Farmhaus kommen, steht vor dem Tor eine jugendliche Giraffe. Diese beäugt uns recht neugierig und inspiziert schlussendlich sogar unser Auto. Im Gegenzug lässt sie sich an der Schnauze streicheln. Der Besitzer klärte auf, dass die Giraffe immer mal wieder komme um sich ein paar Früchte zu schnorren und dann wieder verschwinde. Die Rückfahrt verläuft problemlos, einen Zwischenhalt gönnen wir uns noch in unserer „kulinarischen Oase“, der Bäckerei in Outjo.

Total: 1500 km Teer und 900 km Feldweg





Ovambo-Hochzeit

30 08 2009

Eigentlich hatten wir ja vorgesehen, unsere Frühlingsferien dieses Jahr erst im September zu machen um von den wärmeren Temperaturen zu profitieren. Nachdem wir aber die Einladung zur Hochzeit von Ebba Kapuka, der Spitalverwalterin von Oshikuku erhielten, war für uns klar, dass wir uns diese Gelegenheit nicht entgehen lassen wollten. So sind wir am 20. August in einem Tag nach Oshikuku zu Renate und Ruedi hochgedüst. Die Kinder, unsere Mitreisende Sr. Adelinde (mein Counterpart beim CHS) und das neue Auto haben diesen Monstertrip (750 km) fast klaglos über sich ergehen lassen; einzig die Zentralverriegelung streikte kurzzeitig, konnte jedoch in Oshakati geflickt werden. Diese Gelegenheit nutzten wir auch um ein neues Autoradio einbauen zu lassen, das alte war uns am Tag vor der Reise gestohlen worden. GRRR!

Am Freitag machten wir uns mit einer afrikanischen Verspätung von einer halben Stunde auf den Weg nach Onesi. Renate, die sich als Hochzeitsfotografin verdingt hatte, war etwas nervös, ob diesem Verzug, doch Ruedi und Sister sind alte „Hochzeitsfüchse“ und wussten, dass hier auch der Hochzeitsgottesdienst nicht unbedingt zur ausgeschriebenen Zeit beginnen muss. Wir waren trotz unserer Verspätung denn auch mehr oder weniger die ersten bei der Kirche. Von den vergangenen Erfahrungen unsere Begleiter profitierend, hatten wir auch genügend Proviant eingepackt, denn Speis und Trank wollen bei einer solchen Hochzeit verdient sein.

Renate und Ruedi atmeten sichtlich auf, als feststand, dass im heutigen Gottesdienst nur die Hochzeit von Ebba und Eliphas auf dem Programm stand. Offenbar sind Mehrfachhochzeiten keine Seltenheit und der Gottesdienst kann sich in diesen Fällen schon mal auf 3 bis 4 Stunden erstrecken. Das ganze selbstverständlich in der lokalen Sprache Oshivambo. Braut und Bräutigam erschienen – ganz in weiss gekleidet – nun also vor dem Pfarrer und dieser führte nun durch die Trauung, die sich – soweit wir dies nachvollziehen konnten, kaum von einer Schweizer Hochzeit unterscheidet.

Dann begannen -noch in der Kirche – die Glückwünsche der Familien und Freunde, die nun doch deutlich afrikanischer waren. Damit man die Freude auch hören konnte, wurden Pfeifen verteilt, die Frauen sangen, tanzten und jodelten ihre Freude aus dem Leibe. Viele hatten Stecken mit einem Pferdeschwanz daran mitgebracht, die in der Luft geschwenkt wurden. Sr. Adelinde klärte mich auf, dass diese Stecken ein Vorrecht der weiblichen Familienoberhäupter sei. Sie hatte – als ehemalige Oberschwester des Spitals auch das Anrecht auf einen Pferdeschwanz. Einen kurzen Schreckmoment gab es, als der Master of Ceremony die Arbeitskollegen von Ebba zu den Glückwünschen nach vorne bat. Eben noch hatte Ruedi im Witz gemeint, er würde Renate gleich auch noch für eine Ansprache anmelden und nun schauten Renate und ich uns leicht panisch an. Die Situation wurde souverän von Sr. Adelinde gelöst, die uns auf Oshivambo vorstellte und unsere Glückwünsche überbrachte.

Anschliessend kam es zu einer schier endlosen Fotosession mit allen Beteiligten und dem Brautpaar. Dessen Aufgabe bestand vordringlich darin ernst in die Kamera zu schauen. Eine Hochzeit hier sei eine ernste Angelegenheit belehrte mich Sr. Adelinde. Unter den rund 850 Fotos, die Renate und ich schossen, ist den auch nur eines zu finden, das Braut und Bräutigam gleichzeitig am Lächeln zeigt…

Nach der Kirche gings in den Homestead (Kral) der Familie der Braut. Dieser besteht aus einem Irrgarten aus Palisaden, einfachen Holzhütten mit Strohdächern und grossen runden bedeckten Körben, in denen Mahangu (Hirse) gelagert wird. Hier warteten auch alle Kinder und auch viele Angehörige, die nicht zur Kirche gekommen waren, auf das Brautpaar. Dieses darf jedoch den Homestead erst betreten, nachdem es am Eingang die Geschenke und weitere Segnungen in Empfang genommen hat. Für uns war dieses farbenfrohe und fröhliche Spektakel einer der Höhepunkte der Hochzeit. Anschliessend führt die Braut den Bräutigam in ihr Zuhause und es wird gegessen. D.h. es werden Unmengen von Fleisch und Beilagen auf Teller getürmt, denn es wäre unhöflich einen Nachschlag zu holen. Da man sich zur Hochzeit nicht anmelden muss, ist nicht klar wie viele Leute tatsächlich erscheinen werden und dementsprechend gross sind die Reste, die übrig bleiben.

Nach dem Essen, es war bereits am Dämmern, waren Sister und Rudi auf einmal im Kral verschwunden und kamen plötzlich mit einem ganzen Rindsbein (Ober und Unterschenkel) daher. Sister hatte gemäss Tradition ihr Gastgeschenk gefordert: An Hochzeiten ist es offenbar Usus, dass Gäste, die ihrerseits ein Geschenk mitgebracht haben mit einer Portion Fleisch belohnt werden. In unserem Fall für uns alle das erwähnte Hinterbein, das sorgfältig im Kofferraum des Autos versorgt wurde. Zunächst waren wir  ratlos, was wir denn mit einem ganzen Rinderbein machen sollten, doch schlussendlich gingen wir einer nächtlichen Teilet in Oshikuku aus dem Weg und spendeten unseren Anteil den Benediktinerschwestern von Oshikuku.

Samstags waren wir von den Eindrücken des Vortages noch so erfüllt, dass wir auf den Besuch des 2. Teils der Hochzeit verzichteten, zumal dieser – sobald der Bräutigam die Braut in deren Kral abgeholt hat – eigentlich nur noch aus Essen besteht.





Leon und Lou in Namibia 9

3 08 2009

Nach vier Monaten im Kindergarten fühlen sich die beiden da  ganz zuhause. Beide haben sie ihre Freunde gefunden und nun kommen auch regelmässig  “Chindsgigspändli“ zu Besuch. Jede Woche wird ein neues Thema behandelt und jeden Freitag backen sie Cookies. Letzten Monat fuhren sie mit dem Kindergarten zu einem Transportunternehmen, wo sie auf einem Gabelstapler auf einen riesigen Truck gehiervt wurden und nachher darin rumfahren durften. Vor allem Leon war begeistert und danach so k.o., dass er  Mittags drei Stunden schlief. Letzte Woche war dann ein Besuch in einem Museum für Dinosaurier angesagt. Danach machte sich Leon dran, in unserem Garten nach Dinosaurierknochen zu graben.

Nun sprechen beide auch schon ziemlich gut englisch, Lou schiebt immer wieder deutsche Wörter in ihre Sätze, aber grundsätzlich wird sie verstanden. So haben die beiden nun auch begonnen mit den Kindern unserer Siedlung zu spielen, wobei ihnen das Englisch schon sehr hilft und ihnen auch das nötige Selbstbewusstsein verleiht. Kürzlich haben sie etwa zu zwölft ein Fangenspiel gemacht, bei dem von der dreijährigen Sheia bis zur zwölfjährigen Stefanie alle Kinder mitmachten. So ist es nun oft so, dass Leon und Lou nach dem Mittagessen rausgehen und ich sie nur zu Gesicht bekomme, wenn sie Hunger haben.

Leon übertreibt es ab und an gerne mit seiner Selbständigkeit, z.B als er letzte Woche beim Einkaufen davonlief und zur Brottheke rannte um zwei Käsebrötchen zu bestellen, für sich und Lou. Pech für ihn, ich war gerade noch gernug früh da, um die Bestellung wieder rückgängig zu machen…

Lou zieht sich nun ebenfalls jeden Morgen selber an und sie bewegt sich in unserer Siedlung äusserst selbständig. Geht auf Suche nach Spielgefährten und hat kein Problem damit auch mal alleine irgendwo zu spielen. Manchmal muss ich staunen, wie gross unsere Kleine schon ist.

Leons grosses Vorbild ist nun sein Vater. Der ist der stärkste und grösste und mutigste Mensch auf der ganzen Welt. Nicht, dass Jürg das nicht geniessen würde… Als Mutter bin ich ziemlich abgeschrieben, nur wenn er ganz traurig ist, kommt er noch zum Kuscheln und erklärt mir, dass ich die allerbeste Mami auf der ganzen Welt bin.

Am Wochenende haben wir beschlossen, dass wir unsere Schildkröte wieder laufen lassen. Unser Garten ist einfach zu klein und sie frisst das wenige Gras, das wir haben noch ganz ab. Für Leon war das ganz schlimm. Einerseits freute er sich für die Schildkröte, dass sie wieder frei sein durfte, andererseits war er todtraurig darüber, dass er seine geliebte Schildkröte nun nicht mehr sehen würde. Ohne ein Haustier zu leben, kann er sich nun gar nicht vorstellen. So war er über zwei Tage immer wieder am Weinen und hat um sein geliebtes Haustier getrauert.

Englisch à la Lou:

My Baby is brüeling!

Here is your trink, ne?  (NE ist ein afrikaansches Allerweltswort, dass gern am Ende eines Satzes zur Bestätigung des Gesagten angehängt wird.)

I wott echli little betzeli music lose.

i don`t want to go i chendsgi!

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Zopf backen

24 07 2009

Mount Sinai ist ein namibisches Projekt, das von Cristalline geführt wird. Dort werden Frauen und ihre Kinder betreut, die HIV positiv sind. Cristalline ist eine sehr initiative Namibierin, die dieses Projekt mit viel Herzblut führt. Neuerdings bietet sie verschiedene Aktivitäten an, um den Frauen die Möglichkeit zu geben, ihr eigenes Einkommen zu generieren. Ein eigener Catering Service wurde ins Leben gerufen, ein Garten wird angelegt und verschiedene Handwerksarbeiten gelehrt. Sabine, die Frau des Interteam-Koordinators hatte die Idee, mit den Frauen Zopf zu backen, den sie dann verkaufen könnten. Sie arbeitet dort schon über ein Jahr als Volonteer. Da wir beide sowohl in Hakahana als auch bei Father Hermann zusammen arbeiten, fragte sie mich an, ob ich ihr beim Backen helfen würde.

So fuhren wir also letztes Wochenende, bepackt mit Mehl und Butter zum Mount Sinai Centre. Die Frauen waren alle pünktlich da, ausgerüstet mit Papier und Schreibzeug, damit sie sich das Rezept notieren konnten.

Wir waren absolut begeistert, wie wissbegierig sie jeden einzelnen Schritt verfolgten und notierten. Sie stellten viele Fragen und es wurde ein spannender Austausch zwischen den beiden Kulturen. Am Schluss entstanden viele kleine Zopfbrötchen, die sie dann in ihrer Nachbarschaft verkauften. Eine spannende und reiche  Erfahrung für uns!

Gestern dann fuhren wir nochmals hin. Die First Lady wurde im Centre erwartet und so buken wir nochmals, speziell für die Frau des Präsidenten einen grossen Zopf.





Leon und Lou in Namibia 8

30 05 2009

Leon und Lou hatten den ganzen  Mai Ferien, vier Wochen lang. Da wir nicht wegfuhren, erkundeten wir sämtliche Spielplätze Windhoeks, entdeckten ein Kino für Kinder und einen kleinen Streichelzoo. Daneben hatten sie oft ihre Freunde zu Besuch oder spielten mit den Nachbarskindern. Nun hat aber der Kindergarten wieder begonnen. Die  beiden besuchen nun einen Montessori Kindergarten. Der Kindergarten ist ganz neu und es hat im Moment nur sechs Kinder da. Die Lehrerin, Petra, ist Deutsche, die Unterrichtssprache ist aber englisch. Verstehen die Kinder  etwas nicht, so kann Petra es ihnen auch auf deutsch erklären. Leon liebte den Kindergarten vom ersten Tag an. Er sagt mir nicht mehr mal richtig tschüss, wenn ich gehe und findet jedesmal, wenn ich sie abholen will, ich sei zu früh da. Lou war zwei Tage ein wenig traurig, dass Rosaline nicht mehr da ist. Aber bereits Ende Woche ging auch sie gerne hin in Begleitung ihres heissgeliebten Plüschschneemannes „Lumpaz“.

Zuhause beginnen sie nun englische Wörter in den Sätzen einzustreuen: „Ich will ein paper, das ist very gut….“  Auch Hochdeutsch hat es ihnen angetan, Lou spricht nun  immer Hochdeutsch, wenn sie mit Deutschsprachigen redet. Kürzlich meinte Leon zu mir: „Mama, ich muss go beiseln“ oder „Ich will ein Mandareinlein“. So sorgen die verschiedenen Sprachen immer wieder für beste Unterhaltung.

Lou hat anfangs Ferien ihren Nuggi abgegeben. Wie erwartet fand sie das gar nicht lustig und hat einige Nächte lauthals nach ihm verlangt. Nun erzählt sie aber jedem ganz stolz, dass sie nun gross sei und keinen Nuggi mehr brauche. Als Gegenzug durfte sie sich ein Geschenk aussuchen. Eine Puppe mit Töpfchen, Schoppen und sonstigem Zubehör, ganz in rosa. Sie ist im Moment im Pinkrausch. Alles muss pink sein und am besten noch glitzern, naja, das kennt wohl jede Mädchenmutter. Sie liebt Rollenspiele. Immer trägt sie die Puppe rum, kleidet sie an und aus, gibt ihr zu trinken oder spielt mit der Kinderküche, die wir von Familie Spühler gekriegt haben.

Leon ist sehr selbständig geworden, ich kann ihn schon mal für kurze Zeit alleine zuhause lassen, er geht alleine in Kids Clubs, was er sich früher nie traute und er spricht munter mit jedem Erwachsenen, der ihn anspricht. Buchstaben und Zahlen sind weiterhin sehr spannend für ihn und auch die Uhrzeit will er immer genau wissen. Er ist sehr wissensdurstig und ich freue mich auch darum sehr für ihn, dass er nun im neuen Kindergarten einen Ort gefunden hat, wo er auf seine vielen Fragen Antworten kriegt.





Osterferien 2009

20 04 2009

Nachdem wir Nonno und Nonna an den Flughafen gebracht haben, kehrte vorerst etwas Ruhe in unserem Haus ein, da auch Mire und Pablo ausflogen um das Land zu erkunden. An Gründonnerstag sollten wir ihnen folgen und mit Ihnen zusammen 10 Tage durch den Süden Namibias reisen.

9. April 2009

Windhoek – Swakopmund (360 km Teer)

Übernachtung: Pension D’Avignon

Am Gründonnerstag konnte ich bereits mittags mit der Arbeit aufhören und bereits um 14.30 waren wir unterwegs nach Swakopmund. Wir hatten Mühe gehabt, recht kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden, da Ostern der letzte Moment der „Einheimischen-Saison“ in Swakop ist (im Juli beginnt dann – mitten im hiesigen Winter – die Ausländer-Saison). Tatsächlich bildete sich denn auch beim Polizeiposten ausgangs Windhoek ein kleiner Osterstau, der uns an den Gotthard erinnerte. Aber nach 10 Minuten waren wir durch und - dank der neuesten Verkehrssicherheitskampagne – erst noch mit Ostereier beschenkt. In Usakos legten wir einen kleinen Zwischenhalt ein. Der kleine Ort mit viel Kolonial-Charme ist in Namibia einerseits für das ausgezeichnete Biltong bekannt, das man am westlichen Dorfende kaufen kann und andererseits für die spektakulären Lastwagenunfälle: Die Strasse von Swakopmund fällt vor dem Dorf während mehreren Kilometern recht steil ab. Dies führt bei Lastwagen ab und an zu einer Überhitzung der Bremsen. Dadurch donnern sie dann durch Usakos und erwischen die Kreuzung am Dorfausgang nicht. In der folge kollidieren sie mit einer dort abgestellten alten Dampflokomotive. 

In Swakopmund trafen wir wie vorgesehen Mire und Pablo und verbrachten einen gemütlichen Abend im empfehlenswerten Restaurant „Nonna“ (Libertina Amatilda Street). 

10. April

Swakopmund

Ein gemütlicher und sonniger Tag am Meer, was will man mehr! Leon und Lou vergnügten sich stundenlang in den Hüpfburgen, die an der Strandpromenade aufgestellt wurden, Papi stand neidisch daneben – Eintritt leider nur für Kinder. Ob das anschliessende Quad-Bike fahren in der Wüste von Pablo, Leon und Jürg als Kompensation für die kindlichen Seelen der Männer diente, sei an dieser Stelle offen gelassen. Jedenfalls hat es Spass gemacht.

11. April

Swakopmund – NWR-Camping Homeb (40 km Teer, 110 km Feldweg)

Eines unserer Highlights in Namibia. Die Fahrt führt ab Walvisbay durch das Tal des Kuiseb. Dessen grünes Band bildet die Grenze zwischen der Sandwüste (im Süden) und der Steinwüste im Norden. Die Kontraste dieser drei verschiedenen Landschaftstypen sind atemberaubend. Einen schönen Eindruck davon erhält man auf Google Earth (Koordinaten: Breite  23°38′34.32″S, Länge  15°12′3.23″O) oder unter http://www.panoramio.com//photo/5326703 . Der Camping in Homeb ist sehr einfach (ohne fliessend Wasser, einfaches Plumpsklo) und leider hatten wir eine lärmige Baster-Familie als Nachbarn. 

12. April

Homeb – Hauchabfontein Camp (D854, 280 km Feldweg)

Unsere lange Fahrt durch und entlang der Namib wurde am Abend unerwartet belohnt. Wir freuten uns schon über den schönen Campingplatz als der Besitzer am Ende des Gesprächs in einem Nebensatz sagte: „Ach ja, die Quellen mit den Pools sind gleich da hinten.“ Natürlich machten wir uns gleich auf den Weg und wurden schlicht aus den Flipflops gehauen. Tatsächlich sprudelte da klares frisches Wasser in unzählige kleinere und einige grösser Naturpools! Wir fühlten uns ein bisschen wie im Maggiatal (nur weniger gefährlich). Bis zum Sonnenaufgang badeten und planschten wir, bauten Staumauern… Ein Stück Paradies, nur gut 3 Autostunden von Windhoek entfernt… Wir freuen uns schon auf das nächste längere Wochenende!

13. April

Hauchabfontein – Koiimasis Camp (Tirasberge, D 707,  250 km Feldweg)

Die Tiras-Berge und die D707 waren uns bereits von vielen Seiten als einmalig schön empfohlen worden. Allerdings mussten wir bis dahin noch eine weitere lange Autoetappe und einige Aufregung um unsere Unterkunft hinter uns bringen: Ersteres ging recht einfach, weil die Strasse durch den privaten Namibrand-Park führt, weil wie im vergangenen Dezember viele wilde Tiere vor einer grossartigen Landschaft zu besichtigen waren. Zum zweiten Punkt ist zu sagen, dass wir eigentlich eine andere Unterkunft gebucht hatten, aber unser Camp nicht finden konnten. Mit nörgeligen Kinder im Auto 50 km Umweg zu fahren… Erschwerend kam dazu, dass wir eigentlich auf der unauffindbaren Campsite Mire und Pablo wieder treffen wollten, die Hauchabfontein zu Gunsten von Soussousvlei ausgelassen hatten. Aber es sind ja Ferien und schlussendlich klappte alles. Wir wurden sogar durch den eindrucksvollen Camping und den zarten Orix-Rücken von Grill reichlich für unsere Leiden entschädigt. 

14. April

Koiimasis – Farm Gunsbewys (Tirasberge, D707, 100 km Feldweg)

Nach den anstrengenden vorherigen Tagen genossen wir diese kurze Etappe und freuten uns über den sehr herzlichen Empfang durch Frau Gräbner. Die Pensionärin wohnt auf einer einsam gelegenen Farm direkt an den Wüstendünen der Namib. Die roten Dünen, dann ein weites, sanft geschwungenes, mit silbrig-grünem Gras bewachsenen Tal das auf der andern Seite durch schwarze Berge begrenzt ist… eine weitere grossartige, friedliche Landschaft. Wir genossen sie im Schatten eines Kameldorns, kochten und buken gemütlich, spielten auf den Dünen rum (und hofften nicht auf Schlangen und Skorpione zu treffen).

15. April

Gunsbewys – Lüderitz (130 km Teer, 90 km Feldweg)

Unterkunft: Obelix Village

Auf der Fahrt nach Lüderitz freuten wir uns zunächst über das herzige Dorf Aus, das ca. 130 km vom Meer entfernt liegt. Die Tankstelle und der gut sortierte Laden sind ebenfalls ein Stop wert und ein Glace konnte uns nach all den Zeltnächten auch niemand verwehren. In Lüderitz angekommen fanden wir nach einigem Suchen eine schöne Unterkunft. Der Sinn des Namens „Obelix Village“ erschloss sich uns sofort als wir den Bauchumfang des Eigentümers sahen. Da er uns nicht für Römer hielt bekamen wir nur die positiven Seiten von ihm zu sehen (u.a. gratis Kleiderwäsche!)

Die Geschichte von Lüderitz ist kurz aber reich an spannender Geschichte, so dass wir froh waren, die 250 km Umweg in das Städtchen unter die Räder genommen zu haben. Zudem hat der Ort – mehr als Swakopmund – noch deutschen kolonialen Charme. Am Abend erhielten wir Mosimanns dann auch noch einen kleinen Gruss vom Schweizer Winter, als der kalte Nebel von Südatlantik uns bei Diaz-Point zum frösteln brachte.

16. April

Lüderitz – Mesosaurus Camp (C17, 280 km Teer, 50 km Feldweg)

Frau Gräbner von Gunsbewys hatte uns dieses Camp als Tip mit auf den Weg gegeben. Tatsächlich erhielten wir vom pensionierten und passionierten Besitzer der Farm eine sehr spannende Einführung in die Welt des Mesosaurus, deren 280 Mio. Jahre alten Fossilien sich dort finden lassen. Abgeschlossen wurde die sympathische Führung durch den Besuch eines Köcherbaumwaldes und durch das Spiel auf den singenden Steinen. Auf der idyllischen Campsite (direkt neben einem grossen Webervogelnest) erhielten wir beim Lagerfeuer Besuch von einem beträchtlich grossen Skorpion und einigen eklig anzusehenden, aber harmlosen Dickpens (ca. 3 bis 5 cm grosse Grillen)

17. April

Mesosaurus Camp – Red Dunes Camp (gehört zu Tranendal B&B, C15, 200 km Feldweg)

Zum Abschluss der Ferien gönnten wir uns nochmals eine besondere Unterkunft. Im Red Dunes Camp kann man weg von jeder Zivilisation auf einer roten Kalaharidüne übernachten. Bei unserer Ankunft waren wir jedoch zunächst v.a. erfreut, dass unser doch eher schmalbrüstige Toyota RAV4 Allrad die Düne ohne das geringste Problem meisterte, während andere, stärkere Fahrzeuge stecken blieben. Es folgte ein Nachmittag wie am Meer, nur leider ohne Meer: Kinder bis zum Kopf im Sand vergraben, sonnenbaden, einen Sundowner-Drink geniessen und anschliessend am grossen Feuer essen…

18. April

Red Dunes Camp – Windhoek (290 km Teer, 100 km Feldweg)

Total: 1′100 km Teer, 1′100 km Feldweg





Überschwemmungen in Namibia

5 04 2009

Die diesjährige Regensaison in Namibia war ausserordentlich ergiebig. Es begann damit, dass bereits in der kleinen Regenzeit im November reichlich Regen fiel. Der Dezember war danach mehrheitlich trocken und im Januar begann dann die richtige Regenzeit. In Windhoek hat es praktisch täglich geregnet und viele der Trockenflüsse führten Wasser. Der Swakop erreichte sogar zum ersten Mal seit 2000 wieder den Ozean, wenn auch nur für einen Tag. Auch in der Wüste Namib fiel Regen. Eindrücklich wie grün sich die Gegend bei unserem Besuch dort vor zwei Wochen präsentiert. 

Probleme bereitet der Regen jedoch im Norden. Grosse Teile des Nordwestens standen während Wochen unter Wasser weil das Cuvelai-System (wer mehr darüber wissen will siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Oshana-System) der Kombination von ausgiebigen lokalen Regenfällen und Zuflüssen aus Angola nicht gewachsen war. Überschwemmungen in diesem Gebiet sind zwar keine Seltenheit, aber in den beiden letzten Jahren waren sie ausserordentlich heftig. In den Zeitungen wurde von gegen 100 Flutopfern berichtet, tausende mussten evakuiert werden, grosse Teile der Ernte sind verloren gegangen und viele Schulen mussten während mehreren Wochen geschlossen werden. Mittlerweile hat sich die Lage in diesem Gebiet etwas normalisiert, allerdings wird eine schlimme Malaria-Saison erwartet, da das Wasser in den Tümpeln und Seen lange ideale Brutbedingungen für Mücken bilden wird und in diesem Jahr die Spray-Aktionen mit DDT (die in den vergangenen Jahren zusammen mit der Promotion von Moskitonetzen zu einem bedeutendem Rückgang der Krankheit führten) verspätet und unvollständig durchgeführt wurden.

Im Nordosten begann die Flut etwas später und ist momentan noch immer nahe dem Höchststand. Der Sambesi ist auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren und in der Caprivi und Kavango-Region stehen etliche Dörfer unter Wasser. Eindrückliche Satelitenfotos gibt es unter http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41206.html zu finden.

Erstaunlich ist für mich, wie wenig man davon hier in Windhoek  mitbekommt. Zwar berichten die Zeitungen regelmässig über die Überschwemmungen, doch sie sind insgesamt recht unaufgeregt. Auch die Regierung scheint einigermassen gut vorbereitet zu sein und bislang konnte z.B. der Ausbruch von Cholera verhindert werden. Unser Spital in Oshikuku hatte zeitweise einen Militär-Helikopter zur Verfügung um abgeschnittene Kliniken versorgen zu können.





Riser Family on Tour

24 03 2009

Anfangs März kam Miriam in Windhoek an und zehn Tage später landeten dann auch noch unsere Eltern. Wir freuten uns alle sehr darüber, dass wieder einmal die ganze Familie vereint war und Leon hüpfte auf und ab vor Freude als er Nonno sah! Und auch Lou hing vom ersten Moment wieder an Nonnas Rockzipfel. Als wären wir nie weg gewesen!

Gleich am nächsten Tag baute mein Vater mit Leon eine Schaukel im Vorgarten, sehr zur Freude all unserer Nachbarskinder!

Da unsere Wohnung mit so vielen Leuten doch sehr überbelegt war, fuhren wir bereits drei Tage später los Richtung Wüste. Mit zwei Autos hatten wir für einmal keine Probleme, all unseren Proviant mitnehmen zu können! Wir hatten im Voraus gebucht und fuhren nun auf den Spuren unserer Dezemberreise nach Sossousvlei. Da hatten wir die schönsten Guestfarms ausfindig gemacht und in denen übernachteten wir nun wieder. Die Eltern im Bungalow und wir im Zelt.

Wir hatten absolutes Glück mit dem Wetter. Es war heiss und trocken und das ganze Land ist im Moment grün! Sogar in der Wüste blüht es, einfach traumhaft!





Verlängertes Wochenende mit Janine

5 02 2009

Für drei Wochen ist Janine zu Besuch bei uns. Nachdem sie fleissig in meinen Projekten mitgearbeitet hat, beschlossen wir, für ein langes Wochenende mit dem Zelt Richtung Norden zu reisen. Jürg war noch in Oshikuku und würde dann am Samstag zu uns stossen.

So fuhren Janine, die Kinder und ich letzten Donnerstag zur Ameib Ranch bei Karibib. Das Zelt ohne Jürg aufzustellen war die erste Herausforderung, die wir aber ohne grosse Probleme meisterten. Auch das Feuer für unsere Boerewors anzufeuern gelang auf Anhieb.

Auf der Ameibranch befindet sich die Philipps Cave, die wir unbedingt sehen wollten. Wir mussten mit den Kindern über ziemlich unwegsames Gelände steigen und eine Stunde gehen, bis wir da ankamen. Die Aussicht und die Höhlenmalereien entschädigten uns für die Strapazen. Den Heimweg allerdings bestritten wir zwei Frauen dann grösstenteils mit je einem Kind auf dem Arm.

Am Abend fuhren wir zu einem Granitmassiv, stiegen da rauf – nach dem Gewaltsmarsch vom Morgen ein Klacks – und waren überwältigt von der Aussicht, bei der sich wieder einmal die einmalige Weite Namibias präsentierte.

Am Samstag fuhren wir dann weiter nach Okahandja zum Handwerkermarkt, wo Janine sich mit Souvenirs eindeckte. Danach gings weiter Richtung Norden, wo wir am Strassenrand Jürg aufluden, der einige Minuten zuvor aus dem Geschäftbus ausgestiegen war, mit dem er aus dem Norden kam.

So kamen wir gegen abend auf der Mount Etjo Lodge an. Wir buchten für den Abend eine Besichtung der Löwenfütterung und für den nächsten Tag eine Safari. Die Löwen haben Leon tief beeindruckt, so dass er in der Nacht von ihnen träumte. 

Die Safari am nächsten Tag war wunderschön. Da wir uns in der grossen Regenzeit befinden, war die Landschaft unglaublich grün. Neben verschiedenen Antilopen, Gnus und Zebras sahen wir auch Giraffen und Nashörner. Immer wieder ein Erlebnis für gross und klein!