Fruehlingsferien 2009

2 09 2009

Bilder ganz unten…

Wir wussten ja, dass der Winter in Windhoek kalt ist, und doch haben wir uns nach 3 Monaten mit kurzen Tagen und teils eisigen Nächten (selbstverständlich mit Einfachverglasung und ohne Zentralheizung) richtig dannach gesehnt, dass wir endlich mal wieder zelten gehen können. Die Hochzeit von Ebba im Ovamboland gab uns die Richtung vor, zum zweiten Mal reisten wir in den Nordwesten des Landes.

20. August 2009

Windhoek – Oshikuku (750 Teer)

Wir hatten ja ernste Befürchtungen, ob unsere Kinder den langen Trip nach Oshikuku durchstehen würden, doch siehe da, alles ging glatt. Trotzdem waren wir müde und froh, als wir ankamen und haben ein feines Braai mit Bier bei Renate und Ruedi genossen.

21. August 2009

Oshikuku – Onesi – Oshikuku (210 km Teer, 60 km Feldweg)

Siehe http://pionierspark.wordpress.com/2009/08/30/ovambo-hochzeit/

22. August 2009

Oshikuku – Kunene River Lodge (150 km Teer, 60 km Feldweg)

Gerne wären wir noch eine Weile in Oshikuku geblieben, doch natürlich wollten wir Renate und Ruedi nicht zu lange beanspruchen und ausserdem zog uns die Neugierde auf den uns noch unbekannten Kunene. Drum machten wir uns gegen Mittag auf Richtung Kunene River Lodge. So „langweilig“ die Fahrt bis nach Ruacana war, so überraschend und schön war die Abfahrt ins Kunene Tal und auf der recht ordentlichen Pad (gute Bodenfreiheit vorausgesetzt) entlang des Kunene bis zu unserem Etappenziel. Einmal bei der Kunene River Lodge angekommen, verlängerten wir gleich als erstes unsere Reservierung auf 2 Tage weil es uns dort so gefiel: Der Camping unter den grossen schattigen Bäumen ist zwar fuer namibische Verhältnisse recht eng, doch die tropische Vegetation in mitten dieser eingentlich kargen Landschaft war eine tolle Abwechslung. Dazu der träge dahin fliessende Kunene und freche Äffchen, die im Geäst rumturnen… einfach ideal zum Entspannen. Einzig beim Kochen zeigte sich, dass wir schon lange nicht mehr über und im Feuer gearbeitet hatten, die Kartoffeln waren entsetzlich angebrannt…

23. August 2009

Kunene River Lodge

Schon am Vortag drängten uns die Kinder eines der Kanus zu mieten und auf dem Fluss ein wenig paddeln zu gehen. Heute gab es kein Entrinnen mehr und wir überwanden unsere Angst vor den Krokodilen und ertrinkenden Kindern. Kaum auf dem Wasser stellte a) Papa fest, das das paddeln doch recht anstrengend ist b) die Kinder fest, dass die Eltern es tatsächlich ernst meinten mit dem Stillsitzen und somit das ganze eigentlich gar nicht sooo lustig ist (schon gar nicht mit diesen riesigen Schwimmwesten). Trotzdem schafften wir es bis zum anderen Ufer (und noch ein bisschen weiter) und können somit verkünden, dass wir für ca. eine Minute illegal nach Angola ein- und ausgereist sind!

Nach dem Abendessen liessen Leon und Lou dann verlauten, dass das Bootsfahren ganz toll gewesen sei und sie morgen unbedingt nochmals gehen wollten…

24. August 2009

Kunene River Lodge - Epupa Falls (170 km Feldweg)

Unterkunft: Community Camping beim Dorfeingang

Mit der Begründung, dass es heute wieder ein weiter Weg werde, schlugen wir den Wunsch der Kinder nach einer erneuten Bootsfahrt aus und machten uns auf den Weg ins Land der Himbas. Dieses Nomadenvolk lebt im äussersten Nordosten Namibias und wird wegen seiner „traditionellen“ Lebensform (man koennte auch sagen Leben in Armut…) gerne als Fotosujet von Reisenden gewählt. Viele Reisende unternehmen eine gefuehrte Tour in ein Himbadorf, auch wir wussten noch nicht so recht, ob wir eine unternehmen sollten.

In Epupa Falls waren wir erst mal überrascht über die Hitze – kaum vorzustellen wie heiss es dort im Dezember sein dürfte… Da der Kunene nicht sehr viel Wasser führte, konnte man die Fälle gut besichtigen, aber mit mehr Wasser ist es sicher eindrücklicher. Dafür konnte man baden, allerdings besser nur an Orten wo auch die Einheimischen baden, denn die Krokodile lauern… Erst in diesem Herbst wurde dort ein amerikanischer Tourist gefressen!

Jürg fand Epupa etwas bedrückend, da wir bislang nirgends in Namibia ein so nahes Aufeinanderleben von arm und reich (Tourist) erlebt hatten. Hier kommen wir mit unserem tollen Auto, packen unsere fancy Campingsachen aus und daneben laufen die Einheimischen zum Fluss um Trinkwasser zu holen, Wäsche zu waschen, zu duschen… Da fällt einem wieder einmal auf, wie „gründlich“ Armut und Reichtum in Namibia getrennt sind.

25. August 2009

Epupa Falls – Camp Aussicht (Joubert Mountains; 260 km Feldweg)

Nicht dass Epupa Falls oder Kunene River Lodge die grosse Wildnis wäre, aber wir haben uns doch darauf gefreut, nach Opuwo zu kommen und mal wieder frisches Gemüse und Früchte kaufen zu können (unser letzter Einkauf kam noch aus Windhoek). Zudem waren wir erleichtert, dass wir es bis dorthin geschafft hatten, da wir unterwegs kurz mal unsicher wurden ob wir auch genuegend Benzin dabei hätten. (Keine Angst Grosseltern: als wir unsicher wurden, haben wir in der Kunene River Lodge fuer eine Unsumme noch 20 Liter zu unseren Reserven dazugekauft. Am Schluss reichte es locker!)

Unterwegs wurde es Lou plötzlich übel und auf einen Schlag ergossen sich Frühstück und Früche ins Auto. Also anhalten und putzen. An und für sich ist das ja nicht erwähnenswert, wenn wir nicht innerhalb von wenigen Sekunden von Himbakindern belagert worden wären, die gerne alles mögliche von uns gehabt hätten. Wir haben sie schliesslich mit Äpfeln versorgt und durften im Gegenzug ein Foto machen. Auch wir waren also der Verlockung erlegen. Dafür haben wir später auf den Besuch des Himba-Dorfs verzichtet. Von Opuwo gings noch eine Stunde weiter Richtung Süden bis zum Camp Aussicht. Dieses wird seinem Namen vollauf gerecht und wir genossen einen tollen Sonnenuntergang.

26. August 2009

Camp Aussicht – Warmquelle (100 km Feldweg)

Unterkunft: Ongongo Falls Camp

Am nächsten Morgen gingen wir noch die zu Camp Aussicht gehörende Mine besuchen, die Karl Steiner (nein, nein, nicht mein ehemaliger Chef) vor geraumer Zeit angelegt hatte um Mineralien und Kristalle abzubauen. Papa und die Kinder waren aus dem Häusschen, Simi genoss einen gemütlichen Morgen…

Da für einmal nur eine kurze Tagesetappe anstand, waren wir schon früh bei einem unserer Lieblingsplätze in Namibia, den Ongongo Falls (siehe auch http://pionierspark.wordpress.com/2008/08/24/die-erste-reise/ ). Leider waren die beiden schattigen Plätze beim natürlichen Pool mit Wasserfall schon besetzt, aber wir fanden weiter unten im Tal eine schönes Plätzchen für unser Zelt. Der Sprung ins klare Quellwasser ist immer wieder toll aber noch fast spannender ist es, die Reaktion der Neuankömmlinge zu beobachten, wenn sie nach einem langen Tag im Auto zu dieser Oase kommen!

27. August 2009

Ongongo Falls Camp

Wohlweislich hatten wir dieses mal zwei Tage in unserer kleinen Oase vorgesehen. Diese hielt auch jetzt noch immer Überraschungen fuer uns bereit: Am Morgen erkundeten wir erst die Quellen oberhalb des Pools, später entdeckten wir zwei kleine Wasserschildkröten im Pool. Wie die wohl hierher gelangt sind?

28. August 2009

Ongongo Falls Camp - Otjitotongwe Cheetah Farm (an der C40 Richtung Outjo, 30 km Teer, 250 km Feldweg)

Eigentlich wollten wir ja auf dem Weg nach Kamanjab eine Abkürzung durch die Berge nehmen und nicht über Palmwag fahren. Doch nachdem wir die Abzweigung verpasst hatten und unser GPS den ursprünglich geplanten Weg nicht kannte (was ein schlechtes Zeichen ist, denn die T4A-Karten sind nach unseree Erfahrung sehr zuverlässig), nahmen wir doch den Umweg in Kauf. Und wir wurden für die 75 km Umweg reich belohnt: Im letzten Jahr hat es in diesem Gebiet, das östlich des Etosha Nationalparks liegt viel geregnet und überall sah man Wild: Springböcke, Oryx, Zebras, Kudus, Giraffen und als Highlight sogar einen Elefanten, an dem wir fast vorbeigefahren wären. WOW!

In Kamanjab stürzten wir uns auf die Kühltruhen: Endlich mal wieder ein Glace! Nachdem wir unsere Lust gestillt hatten, fuhren wir weiter zu unserer Unterkunft. Wir wollten unseren Kinder Geparde zeigen. Nach sorgfältigen Instruktionen durften wir die 3 zahmen Geparde (davon ein Baby!) sogar streicheln. Ein zwiespältiges – aber auch eindrückliches – Erlebnis diese grossen Raubkatzen von so nahe erleben zu können. Anschliessend gings zur Fütterung ins Wildgehege. Auf 250 ha leben 17 Geparden – und sonst wohl nichts mehr was grösser ist als eine Maus und nicht fliegen kann.

29. August 2009

Otjitotongwe - Windhoek (450 km Teer)

Noch eine letzte Überraschung vor der langen Heimreise: Als wir zum Begleichen der Rechnung zum Farmhaus kommen, steht vor dem Tor eine jugendliche Giraffe. Diese beäugt uns recht neugierig und inspiziert schlussendlich sogar unser Auto. Im Gegenzug lässt sie sich an der Schnauze streicheln. Der Besitzer klärte auf, dass die Giraffe immer mal wieder komme um sich ein paar Früchte zu schnorren und dann wieder verschwinde. Die Rückfahrt verläuft problemlos, einen Zwischenhalt gönnen wir uns noch in unserer „kulinarischen Oase“, der Bäckerei in Outjo.

Total: 1500 km Teer und 900 km Feldweg


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3 Antworten

4 09 2009
helen

Hallo,
das war richtig schön euren Bericht zu lesen. In Gedanken bin ich mitgefahren :-) denn auf einem Teil der Strecke war ich auch schon unterwegs.
EIne Berichtigung habe ich. Das Camp Aussicht wird von Marius Steiner und nicht Karl Steiner betrieben.
Ich beneide euch darum in diesem schönen Land leben zu können. Genießt die Zeit dort.
Herzliche Grüße
helen

4 09 2009
mosimannriser

Das stimmt, aber Karl war sein Vater und er hat die Mine angelegt. Schön, dass der Artikel gute Erinnerungen ausgelöst hat.

5 09 2009
helen

oh, danke für die Info. Da habe ich doch wieder was gelernt.
Herzliche Grüße nach WIndhoek,
helen

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