Osterferien 2009

20 04 2009

Nachdem wir Nonno und Nonna an den Flughafen gebracht haben, kehrte vorerst etwas Ruhe in unserem Haus ein, da auch Mire und Pablo ausflogen um das Land zu erkunden. An Gründonnerstag sollten wir ihnen folgen und mit Ihnen zusammen 10 Tage durch den Süden Namibias reisen.

9. April 2009

Windhoek – Swakopmund (360 km Teer)

Übernachtung: Pension D’Avignon

Am Gründonnerstag konnte ich bereits mittags mit der Arbeit aufhören und bereits um 14.30 waren wir unterwegs nach Swakopmund. Wir hatten Mühe gehabt, recht kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden, da Ostern der letzte Moment der „Einheimischen-Saison“ in Swakop ist (im Juli beginnt dann – mitten im hiesigen Winter – die Ausländer-Saison). Tatsächlich bildete sich denn auch beim Polizeiposten ausgangs Windhoek ein kleiner Osterstau, der uns an den Gotthard erinnerte. Aber nach 10 Minuten waren wir durch und - dank der neuesten Verkehrssicherheitskampagne – erst noch mit Ostereier beschenkt. In Usakos legten wir einen kleinen Zwischenhalt ein. Der kleine Ort mit viel Kolonial-Charme ist in Namibia einerseits für das ausgezeichnete Biltong bekannt, das man am westlichen Dorfende kaufen kann und andererseits für die spektakulären Lastwagenunfälle: Die Strasse von Swakopmund fällt vor dem Dorf während mehreren Kilometern recht steil ab. Dies führt bei Lastwagen ab und an zu einer Überhitzung der Bremsen. Dadurch donnern sie dann durch Usakos und erwischen die Kreuzung am Dorfausgang nicht. In der folge kollidieren sie mit einer dort abgestellten alten Dampflokomotive. 

In Swakopmund trafen wir wie vorgesehen Mire und Pablo und verbrachten einen gemütlichen Abend im empfehlenswerten Restaurant „Nonna“ (Libertina Amatilda Street). 

10. April

Swakopmund

Ein gemütlicher und sonniger Tag am Meer, was will man mehr! Leon und Lou vergnügten sich stundenlang in den Hüpfburgen, die an der Strandpromenade aufgestellt wurden, Papi stand neidisch daneben – Eintritt leider nur für Kinder. Ob das anschliessende Quad-Bike fahren in der Wüste von Pablo, Leon und Jürg als Kompensation für die kindlichen Seelen der Männer diente, sei an dieser Stelle offen gelassen. Jedenfalls hat es Spass gemacht.

11. April

Swakopmund – NWR-Camping Homeb (40 km Teer, 110 km Feldweg)

Eines unserer Highlights in Namibia. Die Fahrt führt ab Walvisbay durch das Tal des Kuiseb. Dessen grünes Band bildet die Grenze zwischen der Sandwüste (im Süden) und der Steinwüste im Norden. Die Kontraste dieser drei verschiedenen Landschaftstypen sind atemberaubend. Einen schönen Eindruck davon erhält man auf Google Earth (Koordinaten: Breite  23°38′34.32″S, Länge  15°12′3.23″O) oder unter http://www.panoramio.com//photo/5326703 . Der Camping in Homeb ist sehr einfach (ohne fliessend Wasser, einfaches Plumpsklo) und leider hatten wir eine lärmige Baster-Familie als Nachbarn. 

12. April

Homeb – Hauchabfontein Camp (D854, 280 km Feldweg)

Unsere lange Fahrt durch und entlang der Namib wurde am Abend unerwartet belohnt. Wir freuten uns schon über den schönen Campingplatz als der Besitzer am Ende des Gesprächs in einem Nebensatz sagte: „Ach ja, die Quellen mit den Pools sind gleich da hinten.“ Natürlich machten wir uns gleich auf den Weg und wurden schlicht aus den Flipflops gehauen. Tatsächlich sprudelte da klares frisches Wasser in unzählige kleinere und einige grösser Naturpools! Wir fühlten uns ein bisschen wie im Maggiatal (nur weniger gefährlich). Bis zum Sonnenaufgang badeten und planschten wir, bauten Staumauern… Ein Stück Paradies, nur gut 3 Autostunden von Windhoek entfernt… Wir freuen uns schon auf das nächste längere Wochenende!

13. April

Hauchabfontein – Koiimasis Camp (Tirasberge, D 707,  250 km Feldweg)

Die Tiras-Berge und die D707 waren uns bereits von vielen Seiten als einmalig schön empfohlen worden. Allerdings mussten wir bis dahin noch eine weitere lange Autoetappe und einige Aufregung um unsere Unterkunft hinter uns bringen: Ersteres ging recht einfach, weil die Strasse durch den privaten Namibrand-Park führt, weil wie im vergangenen Dezember viele wilde Tiere vor einer grossartigen Landschaft zu besichtigen waren. Zum zweiten Punkt ist zu sagen, dass wir eigentlich eine andere Unterkunft gebucht hatten, aber unser Camp nicht finden konnten. Mit nörgeligen Kinder im Auto 50 km Umweg zu fahren… Erschwerend kam dazu, dass wir eigentlich auf der unauffindbaren Campsite Mire und Pablo wieder treffen wollten, die Hauchabfontein zu Gunsten von Soussousvlei ausgelassen hatten. Aber es sind ja Ferien und schlussendlich klappte alles. Wir wurden sogar durch den eindrucksvollen Camping und den zarten Orix-Rücken von Grill reichlich für unsere Leiden entschädigt. 

14. April

Koiimasis – Farm Gunsbewys (Tirasberge, D707, 100 km Feldweg)

Nach den anstrengenden vorherigen Tagen genossen wir diese kurze Etappe und freuten uns über den sehr herzlichen Empfang durch Frau Gräbner. Die Pensionärin wohnt auf einer einsam gelegenen Farm direkt an den Wüstendünen der Namib. Die roten Dünen, dann ein weites, sanft geschwungenes, mit silbrig-grünem Gras bewachsenen Tal das auf der andern Seite durch schwarze Berge begrenzt ist… eine weitere grossartige, friedliche Landschaft. Wir genossen sie im Schatten eines Kameldorns, kochten und buken gemütlich, spielten auf den Dünen rum (und hofften nicht auf Schlangen und Skorpione zu treffen).

15. April

Gunsbewys – Lüderitz (130 km Teer, 90 km Feldweg)

Unterkunft: Obelix Village

Auf der Fahrt nach Lüderitz freuten wir uns zunächst über das herzige Dorf Aus, das ca. 130 km vom Meer entfernt liegt. Die Tankstelle und der gut sortierte Laden sind ebenfalls ein Stop wert und ein Glace konnte uns nach all den Zeltnächten auch niemand verwehren. In Lüderitz angekommen fanden wir nach einigem Suchen eine schöne Unterkunft. Der Sinn des Namens „Obelix Village“ erschloss sich uns sofort als wir den Bauchumfang des Eigentümers sahen. Da er uns nicht für Römer hielt bekamen wir nur die positiven Seiten von ihm zu sehen (u.a. gratis Kleiderwäsche!)

Die Geschichte von Lüderitz ist kurz aber reich an spannender Geschichte, so dass wir froh waren, die 250 km Umweg in das Städtchen unter die Räder genommen zu haben. Zudem hat der Ort – mehr als Swakopmund – noch deutschen kolonialen Charme. Am Abend erhielten wir Mosimanns dann auch noch einen kleinen Gruss vom Schweizer Winter, als der kalte Nebel von Südatlantik uns bei Diaz-Point zum frösteln brachte.

16. April

Lüderitz – Mesosaurus Camp (C17, 280 km Teer, 50 km Feldweg)

Frau Gräbner von Gunsbewys hatte uns dieses Camp als Tip mit auf den Weg gegeben. Tatsächlich erhielten wir vom pensionierten und passionierten Besitzer der Farm eine sehr spannende Einführung in die Welt des Mesosaurus, deren 280 Mio. Jahre alten Fossilien sich dort finden lassen. Abgeschlossen wurde die sympathische Führung durch den Besuch eines Köcherbaumwaldes und durch das Spiel auf den singenden Steinen. Auf der idyllischen Campsite (direkt neben einem grossen Webervogelnest) erhielten wir beim Lagerfeuer Besuch von einem beträchtlich grossen Skorpion und einigen eklig anzusehenden, aber harmlosen Dickpens (ca. 3 bis 5 cm grosse Grillen)

17. April

Mesosaurus Camp – Red Dunes Camp (gehört zu Tranendal B&B, C15, 200 km Feldweg)

Zum Abschluss der Ferien gönnten wir uns nochmals eine besondere Unterkunft. Im Red Dunes Camp kann man weg von jeder Zivilisation auf einer roten Kalaharidüne übernachten. Bei unserer Ankunft waren wir jedoch zunächst v.a. erfreut, dass unser doch eher schmalbrüstige Toyota RAV4 Allrad die Düne ohne das geringste Problem meisterte, während andere, stärkere Fahrzeuge stecken blieben. Es folgte ein Nachmittag wie am Meer, nur leider ohne Meer: Kinder bis zum Kopf im Sand vergraben, sonnenbaden, einen Sundowner-Drink geniessen und anschliessend am grossen Feuer essen…

18. April

Red Dunes Camp – Windhoek (290 km Teer, 100 km Feldweg)

Total: 1′100 km Teer, 1′100 km Feldweg


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