Weiteres Projekt von Simona: STRICKEN

24 03 2009

Seit November  arbeite ich neben dem „Hakahana Hope Project“ noch für ein weiteres Projekt an jeweils zwei Morgen die Woche. Es nennt sich „Stand Together“,  eine Fotoreportage dazu findet ihr auf unserem Blog unter „Links“.

Father Hermann, ein katholischer Priester leitet dieses Projekt seit Jahren. Es ist eine Tagesstätte für Frauen, die sich prostituieren müssen um zu überleben. Father Hermann hält jeden Morgen eine Predigt und verteilt den Frauen etwas zu essen. Er kriegt viele Kleiderspenden, die er ebenfalls an die Frauen und deren Kinder verteilt.

Nun hatte vor einiger Zeit eine Kollegin von Interteam die Idee, mit diesen Frauen  stricken zu beginnen. Da sich ihr Einsatz aber dem Ende näherte, suchte sie eine Nachfolgerin, welche diese Idee weiterführen würde. Sabine, auch sie von Interteam und ich waren von der Idee begeistert und so starteten wir einen Aufruf an all unsere Freunde, Bekannte und Kollegen in der Schweiz, Wolle, die nicht mehr gebraucht wurde zu sammeln. An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei allen bedanken, welche uns tatkräftig mit Wolle unterstützt haben! Ich bin gerührt und freue mich sehr darüber, wieviel Wolle Janine, Miriam und meine Eltern nach Namibia bringen konnten  in den letzten Monaten! Eine weitere Ladung Wolle wird in einigen Wochen mit Pablo ankommen.

Nun stricken wir also zweimal die Woche mit den Frauen. Anfangs war die Euphorie gross und ich staunte, mit wieviel Eifer und Freude die Frauen sich daran machten das Stricken zu erlernen. Viele hatten es mal gelernt und waren ganz erstaunt, wie gut es ihnen noch gelang. Die Stimmung war friedlich und es war eindrücklich für mich zu sehen, welchen Einfluss es auf die Frauen hatte, wenn sie etwas zu tun hatten und nicht nur rumsassen.

Allerdings waren meine Erwartungen wieder einmal viel zu hoch gesteckt. Die Frauen waren nämlich gar nicht so sehr interessiert daran etwas zu produzieren, vielmehr ging es um die Tätigkeit an und für sich. Gefiel ihnen etwas nicht, öffneten sie die ganze Strickerei und begannen von vorne. Als ich die Hoffnung bereits aufgegeben hatte, dass jemals etwas entstehen könnte, kam eines Morgens Anne-Marie mit einem ganzen Sack gehäkelter Täschchen! Loreta hat sich auf Kinderkleidchen spezialisiert und macht süsse Kindermützen und passende Pullover für den Winter.

Nun wird der nächste Schritt sein, eine geeignete Verkaufsstelle für die Sachen zu finden. Aber darüber dann mehr, wenn sich die angedachten Ideen als nützlich erweisen sollten…


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