Leon und Lou in Namibia 8

30 05 2009

Leon und Lou hatten den ganzen  Mai Ferien, vier Wochen lang. Da wir nicht wegfuhren, erkundeten wir sämtliche Spielplätze Windhoeks, entdeckten ein Kino für Kinder und einen kleinen Streichelzoo. Daneben hatten sie oft ihre Freunde zu Besuch oder spielten mit den Nachbarskindern. Nun hat aber der Kindergarten wieder begonnen. Die  beiden besuchen nun einen Montessori Kindergarten. Der Kindergarten ist ganz neu und es hat im Moment nur sechs Kinder da. Die Lehrerin, Petra, ist Deutsche, die Unterrichtssprache ist aber englisch. Verstehen die Kinder  etwas nicht, so kann Petra es ihnen auch auf deutsch erklären. Leon liebte den Kindergarten vom ersten Tag an. Er sagt mir nicht mehr mal richtig tschüss, wenn ich gehe und findet jedesmal, wenn ich sie abholen will, ich sei zu früh da. Lou war zwei Tage ein wenig traurig, dass Rosaline nicht mehr da ist. Aber bereits Ende Woche ging auch sie gerne hin in Begleitung ihres heissgeliebten Plüschschneemannes “Lumpaz”.

Zuhause beginnen sie nun englische Wörter in den Sätzen einzustreuen: “Ich will ein paper, das ist very gut….”  Auch Hochdeutsch hat es ihnen angetan, Lou spricht nun  immer Hochdeutsch, wenn sie mit Deutschsprachigen redet. Kürzlich meinte Leon zu mir: “Mama, ich muss go beiseln” oder “Ich will ein Mandareinlein”. So sorgen die verschiedenen Sprachen immer wieder für beste Unterhaltung.

Lou hat anfangs Ferien ihren Nuggi abgegeben. Wie erwartet fand sie das gar nicht lustig und hat einige Nächte lauthals nach ihm verlangt. Nun erzählt sie aber jedem ganz stolz, dass sie nun gross sei und keinen Nuggi mehr brauche. Als Gegenzug durfte sie sich ein Geschenk aussuchen. Eine Puppe mit Töpfchen, Schoppen und sonstigem Zubehör, ganz in rosa. Sie ist im Moment im Pinkrausch. Alles muss pink sein und am besten noch glitzern, naja, das kennt wohl jede Mädchenmutter. Sie liebt Rollenspiele. Immer trägt sie die Puppe rum, kleidet sie an und aus, gibt ihr zu trinken oder spielt mit der Kinderküche, die wir von Familie Spühler gekriegt haben.

Leon ist sehr selbständig geworden, ich kann ihn schon mal für kurze Zeit alleine zuhause lassen, er geht alleine in Kids Clubs, was er sich früher nie traute und er spricht munter mit jedem Erwachsenen, der ihn anspricht. Buchstaben und Zahlen sind weiterhin sehr spannend für ihn und auch die Uhrzeit will er immer genau wissen. Er ist sehr wissensdurstig und ich freue mich auch darum sehr für ihn, dass er nun im neuen Kindergarten einen Ort gefunden hat, wo er auf seine vielen Fragen Antworten kriegt.





Osterferien 2009

20 04 2009

Nachdem wir Nonno und Nonna an den Flughafen gebracht haben, kehrte vorerst etwas Ruhe in unserem Haus ein, da auch Mire und Pablo ausflogen um das Land zu erkunden. An Gründonnerstag sollten wir ihnen folgen und mit Ihnen zusammen 10 Tage durch den Süden Namibias reisen.

9. April 2009

Windhoek – Swakopmund (360 km Teer)

Übernachtung: Pension D’Avignon

Am Gründonnerstag konnte ich bereits mittags mit der Arbeit aufhören und bereits um 14.30 waren wir unterwegs nach Swakopmund. Wir hatten Mühe gehabt, recht kurzfristig noch eine Unterkunft zu finden, da Ostern der letzte Moment der “Einheimischen-Saison” in Swakop ist (im Juli beginnt dann – mitten im hiesigen Winter – die Ausländer-Saison). Tatsächlich bildete sich denn auch beim Polizeiposten ausgangs Windhoek ein kleiner Osterstau, der uns an den Gotthard erinnerte. Aber nach 10 Minuten waren wir durch und - dank der neuesten Verkehrssicherheitskampagne – erst noch mit Ostereier beschenkt. In Usakos legten wir einen kleinen Zwischenhalt ein. Der kleine Ort mit viel Kolonial-Charme ist in Namibia einerseits für das ausgezeichnete Biltong bekannt, das man am westlichen Dorfende kaufen kann und andererseits für die spektakulären Lastwagenunfälle: Die Strasse von Swakopmund fällt vor dem Dorf während mehreren Kilometern recht steil ab. Dies führt bei Lastwagen ab und an zu einer Überhitzung der Bremsen. Dadurch donnern sie dann durch Usakos und erwischen die Kreuzung am Dorfausgang nicht. In der folge kollidieren sie mit einer dort abgestellten alten Dampflokomotive. 

In Swakopmund trafen wir wie vorgesehen Mire und Pablo und verbrachten einen gemütlichen Abend im empfehlenswerten Restaurant “Nonna” (Libertina Amatilda Street). 

10. April

Swakopmund

Ein gemütlicher und sonniger Tag am Meer, was will man mehr! Leon und Lou vergnügten sich stundenlang in den Hüpfburgen, die an der Strandpromenade aufgestellt wurden, Papi stand neidisch daneben – Eintritt leider nur für Kinder. Ob das anschliessende Quad-Bike fahren in der Wüste von Pablo, Leon und Jürg als Kompensation für die kindlichen Seelen der Männer diente, sei an dieser Stelle offen gelassen. Jedenfalls hat es Spass gemacht.

11. April

Swakopmund – NWR-Camping Homeb (40 km Teer, 110 km Feldweg)

Eines unserer Highlights in Namibia. Die Fahrt führt ab Walvisbay durch das Tal des Kuiseb. Dessen grünes Band bildet die Grenze zwischen der Sandwüste (im Süden) und der Steinwüste im Norden. Die Kontraste dieser drei verschiedenen Landschaftstypen sind atemberaubend. Einen schönen Eindruck davon erhält man auf Google Earth (Koordinaten: Breite  23°38′34.32″S, Länge  15°12′3.23″O) oder unter http://www.panoramio.com//photo/5326703 . Der Camping in Homeb ist sehr einfach (ohne fliessend Wasser, einfaches Plumpsklo) und leider hatten wir eine lärmige Baster-Familie als Nachbarn. 

12. April

Homeb – Hauchabfontein Camp (D854, 280 km Feldweg)

Unsere lange Fahrt durch und entlang der Namib wurde am Abend unerwartet belohnt. Wir freuten uns schon über den schönen Campingplatz als der Besitzer am Ende des Gesprächs in einem Nebensatz sagte: “Ach ja, die Quellen mit den Pools sind gleich da hinten.” Natürlich machten wir uns gleich auf den Weg und wurden schlicht aus den Flipflops gehauen. Tatsächlich sprudelte da klares frisches Wasser in unzählige kleinere und einige grösser Naturpools! Wir fühlten uns ein bisschen wie im Maggiatal (nur weniger gefährlich). Bis zum Sonnenaufgang badeten und planschten wir, bauten Staumauern… Ein Stück Paradies, nur gut 3 Autostunden von Windhoek entfernt… Wir freuen uns schon auf das nächste längere Wochenende!

13. April

Hauchabfontein – Koiimasis Camp (Tirasberge, D 707,  250 km Feldweg)

Die Tiras-Berge und die D707 waren uns bereits von vielen Seiten als einmalig schön empfohlen worden. Allerdings mussten wir bis dahin noch eine weitere lange Autoetappe und einige Aufregung um unsere Unterkunft hinter uns bringen: Ersteres ging recht einfach, weil die Strasse durch den privaten Namibrand-Park führt, weil wie im vergangenen Dezember viele wilde Tiere vor einer grossartigen Landschaft zu besichtigen waren. Zum zweiten Punkt ist zu sagen, dass wir eigentlich eine andere Unterkunft gebucht hatten, aber unser Camp nicht finden konnten. Mit nörgeligen Kinder im Auto 50 km Umweg zu fahren… Erschwerend kam dazu, dass wir eigentlich auf der unauffindbaren Campsite Mire und Pablo wieder treffen wollten, die Hauchabfontein zu Gunsten von Soussousvlei ausgelassen hatten. Aber es sind ja Ferien und schlussendlich klappte alles. Wir wurden sogar durch den eindrucksvollen Camping und den zarten Orix-Rücken von Grill reichlich für unsere Leiden entschädigt. 

14. April

Koiimasis – Farm Gunsbewys (Tirasberge, D707, 100 km Feldweg)

Nach den anstrengenden vorherigen Tagen genossen wir diese kurze Etappe und freuten uns über den sehr herzlichen Empfang durch Frau Gräbner. Die Pensionärin wohnt auf einer einsam gelegenen Farm direkt an den Wüstendünen der Namib. Die roten Dünen, dann ein weites, sanft geschwungenes, mit silbrig-grünem Gras bewachsenen Tal das auf der andern Seite durch schwarze Berge begrenzt ist… eine weitere grossartige, friedliche Landschaft. Wir genossen sie im Schatten eines Kameldorns, kochten und buken gemütlich, spielten auf den Dünen rum (und hofften nicht auf Schlangen und Skorpione zu treffen).

15. April

Gunsbewys – Lüderitz (130 km Teer, 90 km Feldweg)

Unterkunft: Obelix Village

Auf der Fahrt nach Lüderitz freuten wir uns zunächst über das herzige Dorf Aus, das ca. 130 km vom Meer entfernt liegt. Die Tankstelle und der gut sortierte Laden sind ebenfalls ein Stop wert und ein Glace konnte uns nach all den Zeltnächten auch niemand verwehren. In Lüderitz angekommen fanden wir nach einigem Suchen eine schöne Unterkunft. Der Sinn des Namens “Obelix Village” erschloss sich uns sofort als wir den Bauchumfang des Eigentümers sahen. Da er uns nicht für Römer hielt bekamen wir nur die positiven Seiten von ihm zu sehen (u.a. gratis Kleiderwäsche!)

Die Geschichte von Lüderitz ist kurz aber reich an spannender Geschichte, so dass wir froh waren, die 250 km Umweg in das Städtchen unter die Räder genommen zu haben. Zudem hat der Ort – mehr als Swakopmund – noch deutschen kolonialen Charme. Am Abend erhielten wir Mosimanns dann auch noch einen kleinen Gruss vom Schweizer Winter, als der kalte Nebel von Südatlantik uns bei Diaz-Point zum frösteln brachte.

16. April

Lüderitz – Mesosaurus Camp (C17, 280 km Teer, 50 km Feldweg)

Frau Gräbner von Gunsbewys hatte uns dieses Camp als Tip mit auf den Weg gegeben. Tatsächlich erhielten wir vom pensionierten und passionierten Besitzer der Farm eine sehr spannende Einführung in die Welt des Mesosaurus, deren 280 Mio. Jahre alten Fossilien sich dort finden lassen. Abgeschlossen wurde die sympathische Führung durch den Besuch eines Köcherbaumwaldes und durch das Spiel auf den singenden Steinen. Auf der idyllischen Campsite (direkt neben einem grossen Webervogelnest) erhielten wir beim Lagerfeuer Besuch von einem beträchtlich grossen Skorpion und einigen eklig anzusehenden, aber harmlosen Dickpens (ca. 3 bis 5 cm grosse Grillen)

17. April

Mesosaurus Camp – Red Dunes Camp (gehört zu Tranendal B&B, C15, 200 km Feldweg)

Zum Abschluss der Ferien gönnten wir uns nochmals eine besondere Unterkunft. Im Red Dunes Camp kann man weg von jeder Zivilisation auf einer roten Kalaharidüne übernachten. Bei unserer Ankunft waren wir jedoch zunächst v.a. erfreut, dass unser doch eher schmalbrüstige Toyota RAV4 Allrad die Düne ohne das geringste Problem meisterte, während andere, stärkere Fahrzeuge stecken blieben. Es folgte ein Nachmittag wie am Meer, nur leider ohne Meer: Kinder bis zum Kopf im Sand vergraben, sonnenbaden, einen Sundowner-Drink geniessen und anschliessend am grossen Feuer essen…

18. April

Red Dunes Camp – Windhoek (290 km Teer, 100 km Feldweg)

Total: 1′100 km Teer, 1′100 km Feldweg





Überschwemmungen in Namibia

5 04 2009

Die diesjährige Regensaison in Namibia war ausserordentlich ergiebig. Es begann damit, dass bereits in der kleinen Regenzeit im November reichlich Regen fiel. Der Dezember war danach mehrheitlich trocken und im Januar begann dann die richtige Regenzeit. In Windhoek hat es praktisch täglich geregnet und viele der Trockenflüsse führten Wasser. Der Swakop erreichte sogar zum ersten Mal seit 2000 wieder den Ozean, wenn auch nur für einen Tag. Auch in der Wüste Namib fiel Regen. Eindrücklich wie grün sich die Gegend bei unserem Besuch dort vor zwei Wochen präsentiert. 

Probleme bereitet der Regen jedoch im Norden. Grosse Teile des Nordwestens standen während Wochen unter Wasser weil das Cuvelai-System (wer mehr darüber wissen will siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Oshana-System) der Kombination von ausgiebigen lokalen Regenfällen und Zuflüssen aus Angola nicht gewachsen war. Überschwemmungen in diesem Gebiet sind zwar keine Seltenheit, aber in den beiden letzten Jahren waren sie ausserordentlich heftig. In den Zeitungen wurde von gegen 100 Flutopfern berichtet, tausende mussten evakuiert werden, grosse Teile der Ernte sind verloren gegangen und viele Schulen mussten während mehreren Wochen geschlossen werden. Mittlerweile hat sich die Lage in diesem Gebiet etwas normalisiert, allerdings wird eine schlimme Malaria-Saison erwartet, da das Wasser in den Tümpeln und Seen lange ideale Brutbedingungen für Mücken bilden wird und in diesem Jahr die Spray-Aktionen mit DDT (die in den vergangenen Jahren zusammen mit der Promotion von Moskitonetzen zu einem bedeutendem Rückgang der Krankheit führten) verspätet und unvollständig durchgeführt wurden.

Im Nordosten begann die Flut etwas später und ist momentan noch immer nahe dem Höchststand. Der Sambesi ist auf dem höchsten Stand seit 40 Jahren und in der Caprivi und Kavango-Region stehen etliche Dörfer unter Wasser. Eindrückliche Satelitenfotos gibt es unter http://www.spiegel.de/fotostrecke/fotostrecke-41206.html zu finden.

Erstaunlich ist für mich, wie wenig man davon hier in Windhoek  mitbekommt. Zwar berichten die Zeitungen regelmässig über die Überschwemmungen, doch sie sind insgesamt recht unaufgeregt. Auch die Regierung scheint einigermassen gut vorbereitet zu sein und bislang konnte z.B. der Ausbruch von Cholera verhindert werden. Unser Spital in Oshikuku hatte zeitweise einen Militär-Helikopter zur Verfügung um abgeschnittene Kliniken versorgen zu können.





Riser Family on Tour

24 03 2009

Anfangs März kam Miriam in Windhoek an und zehn Tage später landeten dann auch noch unsere Eltern. Wir freuten uns alle sehr darüber, dass wieder einmal die ganze Familie vereint war und Leon hüpfte auf und ab vor Freude als er Nonno sah! Und auch Lou hing vom ersten Moment wieder an Nonnas Rockzipfel. Als wären wir nie weg gewesen!

Gleich am nächsten Tag baute mein Vater mit Leon eine Schaukel im Vorgarten, sehr zur Freude all unserer Nachbarskinder!

Da unsere Wohnung mit so vielen Leuten doch sehr überbelegt war, fuhren wir bereits drei Tage später los Richtung Wüste. Mit zwei Autos hatten wir für einmal keine Probleme, all unseren Proviant mitnehmen zu können! Wir hatten im Voraus gebucht und fuhren nun auf den Spuren unserer Dezemberreise nach Sossousvlei. Da hatten wir die schönsten Guestfarms ausfindig gemacht und in denen übernachteten wir nun wieder. Die Eltern im Bungalow und wir im Zelt.

Wir hatten absolutes Glück mit dem Wetter. Es war heiss und trocken und das ganze Land ist im Moment grün! Sogar in der Wüste blüht es, einfach traumhaft!





Weiteres Projekt von Simona: STRICKEN

24 03 2009

Seit November  arbeite ich neben dem “Hakahana Hope Project” noch für ein weiteres Projekt an jeweils zwei Morgen die Woche. Es nennt sich “Stand Together”,  eine Fotoreportage dazu findet ihr auf unserem Blog unter “Links”.

Father Hermann, ein katholischer Priester leitet dieses Projekt seit Jahren. Es ist eine Tagesstätte für Frauen, die sich prostituieren müssen um zu überleben. Father Hermann hält jeden Morgen eine Predigt und verteilt den Frauen etwas zu essen. Er kriegt viele Kleiderspenden, die er ebenfalls an die Frauen und deren Kinder verteilt.

Nun hatte vor einiger Zeit eine Kollegin von Interteam die Idee, mit diesen Frauen  stricken zu beginnen. Da sich ihr Einsatz aber dem Ende näherte, suchte sie eine Nachfolgerin, welche diese Idee weiterführen würde. Sabine, auch sie von Interteam und ich waren von der Idee begeistert und so starteten wir einen Aufruf an all unsere Freunde, Bekannte und Kollegen in der Schweiz, Wolle, die nicht mehr gebraucht wurde zu sammeln. An dieser Stelle möchte ich mich von Herzen bei allen bedanken, welche uns tatkräftig mit Wolle unterstützt haben! Ich bin gerührt und freue mich sehr darüber, wieviel Wolle Janine, Miriam und meine Eltern nach Namibia bringen konnten  in den letzten Monaten! Eine weitere Ladung Wolle wird in einigen Wochen mit Pablo ankommen.

Nun stricken wir also zweimal die Woche mit den Frauen. Anfangs war die Euphorie gross und ich staunte, mit wieviel Eifer und Freude die Frauen sich daran machten das Stricken zu erlernen. Viele hatten es mal gelernt und waren ganz erstaunt, wie gut es ihnen noch gelang. Die Stimmung war friedlich und es war eindrücklich für mich zu sehen, welchen Einfluss es auf die Frauen hatte, wenn sie etwas zu tun hatten und nicht nur rumsassen.

Allerdings waren meine Erwartungen wieder einmal viel zu hoch gesteckt. Die Frauen waren nämlich gar nicht so sehr interessiert daran etwas zu produzieren, vielmehr ging es um die Tätigkeit an und für sich. Gefiel ihnen etwas nicht, öffneten sie die ganze Strickerei und begannen von vorne. Als ich die Hoffnung bereits aufgegeben hatte, dass jemals etwas entstehen könnte, kam eines Morgens Anne-Marie mit einem ganzen Sack gehäkelter Täschchen! Loreta hat sich auf Kinderkleidchen spezialisiert und macht süsse Kindermützen und passende Pullover für den Winter.

Nun wird der nächste Schritt sein, eine geeignete Verkaufsstelle für die Sachen zu finden. Aber darüber dann mehr, wenn sich die angedachten Ideen als nützlich erweisen sollten…





Leon und Lou in Namibia 7

24 02 2009

Kindergartenalltag

Seit den Ferien gehen Leon und Lou richtig gerne in den Kindergarten. Sie sind nun von Montag bis Donnerstag jeweils von 8-12 Uhr dort. Englisch verstehen sie nun gut und sie sprechen auch immer mehr selber. Leider bekommen wir das nur am Rande mit, da sie zuhause natürlich nie etwas auf englisch sagen wollen. Aber wenn sie dann mal die Nachbarin anspricht, gibt Leon schon gut Auskunft. Sie haben nun auch die Farben und Formen gelernt. Naja, Lou kann die Farben noch nicht mal auf deutsch, daher ist es noch ein wenig schwierig mit englisch…. Die beiden lernen Gedichte und Lieder, die sie uns zuhause dann vorsingen. Bis jetzt haben wir das Meiste nicht verstanden, da sie einfach nachsingen, ohne dass sie wissen, was die Worte bedeuten. Nun werden immer mehr Wörter verständlich und so langsam verstehen auch wir, was sie da jeweils singen…

Beide haben nun auch ihre eigenen Freunde. Rosaline ist so alt wie Lou und die Tochter von Teacher Precious. Sie kommt ab und zu uns nachhause zum Spielen. Sie spricht Lou alles nach und einige Wörter sagt sie bereits auf schweizerdeutsch. (Natürlich konnte sie als erstes “NEI” sagen, was sie auch zuhause gerne mal sagt, wie uns Precious lachend erzählte.) Rosaline und Lou sind beide sehr energische junge Damen und so stöhnen die Teachers schon mal, wie anstrengend sie seien.  Letzte Woche haben sie sich splitternackt ausgezogen und sind in eine der Pfützen gesessen, wir haben ja Regenzeit.

Leon hat nun auch seine drei Freunde gefunden. Das grösste ist, wenn sie zusammen kämpfen können, schliesslich ist es das, was Freunde miteinander machen. Heute wollte er nicht, dass ich ihn in den Kindergarten begleite, er wollte alleine durchs Tor und ein Kuss zum Abschied brauchen sie auch nicht mehr. Mutter wirds verkraften.

 

Wie Kinder auf die Welt kommen

Eine befreundete Familie von uns hat Familienzuwachs gekriegt. Leon war und ist immer noch fasziniert von diesem Baby und überlegt natürlich, wie dieses kleine Kind auf die Welt gekommen ist. 

Ein kleiner Dialog darüber:

Leon: hani als Baby au scho chöne schwemme?

Simona: Nei, da hesch zerscht müesse lehre.

Leon: aso, jetzt weiss ich, wieni uf d Wält cho be: Zerscht beni us de Scheide usechoo und denn hani gaaaaaaaaaaaaaaaanz lang müesse warte und – PLÖTZLECH beni gross gsi und ha chöne schwemme.

 

Rosaline und Lou

Rosaline und Lou





Verlängertes Wochenende mit Janine

5 02 2009

Für drei Wochen ist Janine zu Besuch bei uns. Nachdem sie fleissig in meinen Projekten mitgearbeitet hat, beschlossen wir, für ein langes Wochenende mit dem Zelt Richtung Norden zu reisen. Jürg war noch in Oshikuku und würde dann am Samstag zu uns stossen.

So fuhren Janine, die Kinder und ich letzten Donnerstag zur Ameib Ranch bei Karibib. Das Zelt ohne Jürg aufzustellen war die erste Herausforderung, die wir aber ohne grosse Probleme meisterten. Auch das Feuer für unsere Boerewors anzufeuern gelang auf Anhieb.

Auf der Ameibranch befindet sich die Philipps Cave, die wir unbedingt sehen wollten. Wir mussten mit den Kindern über ziemlich unwegsames Gelände steigen und eine Stunde gehen, bis wir da ankamen. Die Aussicht und die Höhlenmalereien entschädigten uns für die Strapazen. Den Heimweg allerdings bestritten wir zwei Frauen dann grösstenteils mit je einem Kind auf dem Arm.

Am Abend fuhren wir zu einem Granitmassiv, stiegen da rauf – nach dem Gewaltsmarsch vom Morgen ein Klacks – und waren überwältigt von der Aussicht, bei der sich wieder einmal die einmalige Weite Namibias präsentierte.

Am Samstag fuhren wir dann weiter nach Okahandja zum Handwerkermarkt, wo Janine sich mit Souvenirs eindeckte. Danach gings weiter Richtung Norden, wo wir am Strassenrand Jürg aufluden, der einige Minuten zuvor aus dem Geschäftbus ausgestiegen war, mit dem er aus dem Norden kam.

So kamen wir gegen abend auf der Mount Etjo Lodge an. Wir buchten für den Abend eine Besichtung der Löwenfütterung und für den nächsten Tag eine Safari. Die Löwen haben Leon tief beeindruckt, so dass er in der Nacht von ihnen träumte. 

Die Safari am nächsten Tag war wunderschön. Da wir uns in der grossen Regenzeit befinden, war die Landschaft unglaublich grün. Neben verschiedenen Antilopen, Gnus und Zebras sahen wir auch Giraffen und Nashörner. Immer wieder ein Erlebnis für gross und klein!





Integration

13 01 2009

Vorgestern haben wir zusammen einen Amerikanischen Film geschaut. Am Ende fuhr ein Bus in den Sonnenuntergang. Auf der rechten Strassenseite. Wir haben uns beide fragend angeschaut und im ersten Moment gemeint, der fahre auf der falschen Strassenseite. So weit haben wir uns also schon an den Linksverkehr gewöhnt.





Unsere zweite Reise

11 01 2009

(Fotos ganz am Ende des Artikels)

Was sonst noch in Dezember passierte: Interteam Jahrestreffen

Der Dezember war auch bei uns ein reich befrachteter Monat, so dass wir kaum zum bloggen kamen. Zunächst fand vom 7. bis zum 12. Dezember das Jahrestreffen der “namibischen” Interteam-Fachleute in Otjivarongo statt. Nun hatten wir endlich die Gelegenheit alle anderen Fachleute ein wenig näher kennen zu lernen. Die fünf Tage waren recht intensiv, wir haben uns mit unseren Einsätzen, der Organisation Interteam und den verschiedenen administrativen Dingen beschäftigt, die halt so anfallen. Ausserdem gab es noch einen Kultur-Tag an dem uns Rev. Mutirua (Heiler, Pfarrer und Präsident der traditionellen Heiler) ein wenig in die Welt des traditionellen Heilens einführte. Traditionelle Heiler spielen hier in Afrika immer noch eine grosse und wichtige Rolle. Viele Leute vertrauen ihnen mehr als der “westlichen” Medizin. Auch für meine Vorgesetzte, die katholische Schwester Adelinde ist es klar, dass es Hexerei gibt.

Seit einigen Jahren finden daher Versuche statt, die Heiler besser ins Gesundheitswesen einzubinden, etwa bei der Abgabe von HIV-Therapien. Dies ist jedoch eine komplexe Aufgabe, u.a. weil es viele verschiedene Arten von traditionell/spirituellem Heilen gibt, die Heiler nicht sonderlich gut organisiert sind, grosser Fortbildungsbedarf besteht und es natürlich auch etliche Scharlatane  gibt. 

Nach dem unerwartet kalten und regnerischen Wetter beim Jahrestreffen (wir hatten nur T-Shirts und haben zeitweise ziemlich gefroren) gingen wir uns noch einen Tag in der Namib  aufwärmen. Wir fuhren wieder zur Brandberg White Lady Lodge, da wir dort Simone und Roman nochmals treffen konnten. Die beiden waren kurz vor dem Jahrestreffen für zwei Tage in Windhoek, von wo aus sie eine Reise durch Namibia und Südafrika starteten. Dank ihnen waren wir von Anfang Dezember an mit grosszügigen Schoggi-Vorräten ausgestattet. So kam auch bei uns noch ein wenig Adventsstimmung auf… 

Am 19. Dezember kam dann auch noch das “Christkind” Stéphanie mit einem Koffer voller Geschenke, feinen Mailänderli auf Besuch um mit uns Weihnachten, Leons Geburtstag und Silvester zu feiern und mit uns auf Reise zu gehen. 

 

26. Dezember 2008

Windhoek – Mariental (270 km Teer)

Übernachtung: River Chalets Camping

Endlich mal wieder Unterwegs! Für unsere ersten Übernachtungen haben wir uns einen einfachen Start ausgesucht, ein Campingplatz in der Nähe einer Stadt, so dass wir notfalls noch Einkäufe tätigen könnten. Die Fahrt in den Süden ist abwechslungsreich und v.a. unglaublich grün. Die kleine Regenzeit war in diesem Jahr ungewöhnlich ergiebig. Somit blühten allenthalben Pflanzen und fettes Gras wartet auf hungrige Rinder.

Der Campingplatz, den wir in Mariental ausgesucht hatten, erwies sich als nichts besonderes, war jedoch luxuriös eingerichtet, hatte doch jeder Platz eine eigene Sanitär-Zelle und eine grosse abschliessbare Dusche in der auch das Gepäck platz fand. Zudem durften wir den schönen Pool der Besitzerfamilie benutzen. So waren die drückend heissen Temperaturen denn auch erträglich. 

Abends weihten wir unser Potije ein, ein schwerer, gusseiserner Topf mit drei Beinen, der direkt in die Glut gesetzt werden kann. Das kochen mit ihm macht riesig Spass, auch wenn die Temperaturregulierung nicht ganz einfach ist. 

 

27.Dezember 2008

Mariental – Kalkrand – Mariental (via D1268; 80 km Teer, 120 km Feldweg)

Wir beschlossen einen kleinen Abstecher Richtung Kalahari zu machen. Da an der D1268 verschiedene Lodges sind, gingen wir davon aus, das die Gegend landschaftlich reizvoll sein sollte. Dies bewahrheitete sich denn auch, wir sahen die ersten Wildtiere, zudem die typischen roten Dünen der Kalahari und verschiedene Salzpfannen in denen sich bei grösseren Regenfällen das Wasser sammelt. 

 

28. Dezember 2008

Mariental – Schloss Duwisib (110 km Teer, 80 km Feldweg)

Übernachtung: Duwisib Castle Camping Site

In Maltahöhe legten wir einen kleinen Stop ein um unsere hungrigen Kinder (ok, ich war auch hungrig) zu beruhigen. Im Oahera Art Center wurden wir vom Südafrikanischen Gastgeber bestens verköstigt und die Frauen gingen noch etwas shoppen. Nach Maltahöhe fängt die Wildniss an (na ja zumindest hören die Teerstrassen auf). Der Campingplatz des Schlosses Duwisib hat uns sehr positiv überrascht. Zwar gibt es für die ganzen – recht weit verstreuten – Plätze nur ein Toilettehäuschen, aber jeder Platz hat einen Wasseranschluss und viel Schatten. Abends gabs einen schönen Spaziergang mit Sonnenuntergang zum Schloss. Dieses wurde 1909 durch einen Deutschen in nur einem Jahr erbaut. Eine gewaltige Leistung, wenn man bedenkt, dass z.B. alle Möbel von Europa nach Lüderiz verschifft wurden und dann mit dem Ochsenwagen zum Schloss transportiert werden mussten (ca. 300 km). Der Schlossherr starb schliesslich nach nur 14 Tagen als Offizier im 1. Weltkrieg. 

 

29. Dezember 2008

Schloss Duvisib – Tsauchab River (170 km Feldweg)

Übernachtung: Tsauchab River Camp

Am Morgen fanden wir endlich Zeit das Schloss auch von innen zu besichtigen. Die Kinder hatten am Vorabend bereits gedrängt, aber wir wollten erst das Zelt aufstellen und danach war das Schloss geschlossen. Abenteuerlich war vor allen der Besuch der Türme. Diese müssen über eine wackelige Leiter über das Dach erklommen werden. Die Kinder (inkl. Vater und Steffi) hats gefreut, die Mutter weniger. Vor der Abfahrt genossen wir noch ein Stück Apfelkuchen bei der benachbarten Farm und fütterten den äusserst verfressenen Strauss.

Anschliessend kam eine der schönsten Strecken, die wir bisher in Namibia gefahren sind. Auf der C27 via Betta durch das private NamibRand Natur Reserve ins Tsauchab River Camp. V.a. der Abschnitt im NamibRand Reserve war eindrücklich, mit vielen Wildtieren, der Weite Namibias und den letzten Dünen der Wüste Namib im Hintergrund.  

Das Tsauchab River Camp war uns von Freunden empfohlen worden und wir geben diese Empfehlung gerne an alle Interessierten weiter. Die Campingplätze sind mit viel Liebe zum Detail in das trockene Flussbett des Tsauchab integriert.  Der viele Schatten macht dies zu einer Oase in der Wüste, in der wir gerne länger verweilt wären. Allerdings möchte ich nicht unbedingt auf dem Campingplatz sein, wenn der Tsauchab “abgeht” (südwester-deutsch für einen Fluss, der nach heftigen Regenfällen Wasser führt). Am Abend haben wir das erste Mal ein Brot im Potije gebacken. Noch etwas verkohlt, aber doch sehr lecker. Zumindest war am nächsten Morgen beim Frühstück kein Brot mehr vorhanden…

 

30. Dezember 2008

Tsauchab River – Sossousvlei – Tsauchab River (100 km Teer, 140 km Feldweg)

Am nächsten Morgen stellten wir den Wecker auf 5.oo, denn wir wollten möglichst Früh in Sesriem am Eingang zum Sossusvlei sein. Dann sorgt die tief stehende Sonne für ein tolles Farbenspiel in den Dünen.  Sossusvlei ist der (meist ausgetrocknete) See, in den sich der Tsauchab River nach heftigen Regengüssen ergiesst. Dabei bahnt sich der Fluss einen Weg durch die riesigen Sanddünen der Namib bis er schliesslich im Vlei nicht mehr weiterkommt. Um sieben Uhr  erreichten wir nach einer knapp stündigen Fahrt den Eingang.

Die Fahrt ins Vlei ist wirklich eindrücklich. Die riesigen Dünen (angeblich die grössten der Welt) sind eine wunderbare Kulisse. Ein Oryx stellte sich als Fotosujet zur Verfügung… Schliesslich kamen wir zur Düne 40, die bereits von Horden von Touristen bestiegen wurden. Trotzdem war der Aufstieg ein Erlebnis, wegen er Aussicht (auf die Landschaft und die bevorstehende Rutschpartie nach unten) und weil Leon die Düne tapfer selbst erklomm. Nach dem Runterrutschen und Purzeln begleiteten uns kleine Sandhaufen noch den ganzen Tag über auf die Toilette oder beim Umziehen. 

In Sesriem beim Parkausgang wollten wir eigentlich noch tanken, aber der Tankstelle war der Sprit ausgegangen. Da wir vorher bei jeder Gelegenheit nachgetankt hatten und auch noch einen kleinen Reservekanister bei uns hatten, beunruhigte uns das nicht allzusehr, aber für diejenigen Touristen, die dort nun festsassen und um Benzin betteln mussten, war es sicher nicht sonderlich lustig. Die nächste Tankstelle ist schliesslich ca. 80 km entfernt. Im gesamten Gebiet das durch den Atlantik, die B2 (Swakopmund – Okahandja),die B1 (Okandja – Windhoek – Keetmanshoop) und die B4 (Keetmanshoop – Lüderitz) begrenzt wird, gibt es abseits der erwähnten Hauptstrassen gerade mal 7 offizielle Tankstellen. Das Gebiet ist jedoch rund viermal so gross wie die Schweiz…

31. Dezember 2008 bis 2. Januar 2009 

Tsauchab River – Rooiklip (210 km Feldweg)

Übernachtung: Rooiklip Guest Farm

Ok, ein bisschen gebibbert haben wir wegen dem Benzin doch. Hätte es in Solitaire auch kein Benzin gegeben, wären wir zwar problemlos noch bis nach Rooiklip, unserer nächsten Station gekommen, aber von dort hätte es zu keiner Tankstelle mehr gereicht. Daher waren wir erleichtert, als es Sprit gab und wir haben uns einfach ein wenig über diesen archaischen Ort gewundert. Der Laden sieht aus wie ein Dorfladen in der Schweiz kurz nach dem 2. Weltkrieg, ein grosser Tresen, dahinter die Dosen und Säckchen. Frische Sachen gibt es (ausser Brot) keine. So konnten wir unsere Gemüse und Früchte-Ebbe nicht beheben und stellten uns für die nächsten vier Tage auf ein Leben ohne Früchte und Gemüse ein. 

Auf Rooiklip wartete dann Hannelore dafür gleich mit zwei Überraschungen auf: Da der Campingplatz überbucht war, durften wir die erste Nacht ohne Aufpreis eines der tollen Selbstversorger-Appartements brauchen und Sie brachte uns aus ihrem kleinen Garten Eden frischen Salat, Tomaten, Kaktusfeigen, Knoblauch und Rübli! So hatten wir mehr als genug Material für ein tolles Silvestermenu. Bis Mitternacht haben wir nicht durchgehalten, aber wir wurden zuverlässig durch die Gewehrschüsse von Frans und Hannelore geweckt. 

Auf Rooiklip verbrachten wir dann zwei ruhige Tage, ein bisschen Schwimmen im Pool. Frans fuhr uns auf der Farm rum, damit Stéphanie und Simona eine Wanderung machen konnten. Dabei sahen wir drei Herden von Bergzebras. Ausserdem kamen am 2. Januar auch Burris mit Kindern nach Rooiklip zum Übernachten, so dass es Leon und Lou nicht langweilig wurde. Wie beim letzten Besuch waren die Sonnenuntergänge, die Sterne und die tolle Campsite eines der Highlights unserer Reise.  

 

3. Januar 2009

Rooiklip – Blutkoppe (150 km Feldweg)

Übernachtung: Blutkoppe Rest Camp

Nach der tollen Zeit auf Rooiklip fiel uns der Abschied schwer und die schlechten Feldwege sowie die Hitze setzten uns zu. Jedenfalls brauchen wir einige Zeit um die Schönheit der Blutkoppe geniessen zu können. Auf diesem recht abgelegenen, einfachen Campingplatz (kein Strom und Wasser, einige Latrinen) waren wir ganz alleine. Besuch erhielten wir von einigen hungrigen Perlhühnern, die sich auf die Reste unseres Essens stürzten. Erst der Aufstieg auf den Berg um den Sonnenuntergang zu beobachten, versöhnte uns mit diesem tollen Platz. Die Aussicht von diesem Hügel ist atemberaubend, auch wenn im Hintergrund die Uran-Mine Langer-Heinrich zu sehen ist. 

 

4. Januar 2009

Blutkoppe – Swakopmund (-Walvis Bay – Swakopmund) (100 km Teer, 120 km Feldweg)

Unterkunft: gemietetes Haus am Molenweg 12

Nach dem Aufenthalt an der Blutkoppe freuten wir uns auf das Meer, die tieferen Temperaturen und ein richtiges Bett. Die Fahrt nach Swakopmund war gemütlich, wir kreuzten noch etwas durch den Welwitschia Drive und die Mondlandschaft und kamen gegen 12.00 in Swakopmund an. Das Haus, das Burris gemietet hatten, erwies sich als echter Hammer: Direkt am Meer, beim Jetty, geschmackvoll eingerichtet.  Da wir wussten, dass Burris einen längeren Anfahrtsweg hatten, gingen wir schon mal einkaufen, um sie mit einem kühlen Bier uns Savannah begrüssen zu können. 

Im Laden erreichte uns die Nachricht, dass sie mit einem platten Reifen ca. 15 km vor Walvis Bay liegen geblieben seien. Bereits am Vortag auf Rooiklip hatte Markus den ersten Platten, den wir noch zusammen gewechselt hatten. Nun hatte er kein Reserverad mehr. Ich versuchte in Swakopmund einen passenden Pneu aufzutreiben, was jedoch ohne Felge ein Ding der Unmöglichkeit war. Sabine versuchte es derweil in Walvis Bay, aber Sonntags ist dort auch alles zu. Schliesslich fand sie jedoch einen hilfsbereiten Tankwart, der ihr den Reifen flicken konnte. Jürg fuhr sie dann zum Pannenfahrzeug und gegen fünf waren alle müde aber glücklich im Haus in Swakopmund. Die Kinder genossen es wieder zusammen zu sein und freuten sich, dass sie in einem Zimmer schlafen durften. 

 

5. Januar 2009

Swakopmund

Ein fauler Tag um am Strand zu liegen und das Städtchen zu erkunden. Abends konnten wir mal ohne Kinder essen gehen!

 

6. Januar 2009

Swakopmund 

Als Abwechslung mal ein bisschen aufs Meer. Mit einem Katamaran von Levo-Tours gingen wir das marine Leben des Benguela-Stroms besichtigen. Verschiedene Delfinarten, Seehunde und Pelikane wurden gesichtet. Insgesamt ein tolles Erlebnis, auch wenn nicht alle Teilnehmer von der Seekrankheit verschont blieben.

 

7. Januar 2009

Swakopmund – Walvis Bay – Swakopmund (60 km Teer)

Noch ein fauler Ferientag, wir machten lediglich eine Ausflug nach Walvis Bay, ein Ort, der uns nicht sonderlich beeindruckte, ausser, dass sich in dessen Lagune riesige Schwärme von Flamingos tummeln.


8. Januar 2009

Swakopmund

Und zur Abwechslung nochmals eine Tour: Stéphanie und Jürg gingen auf die “Living Desert Tour”. Tommy, der fachkundige Guide erzählte uns einen Haufen über das Leben und die Lebensumstände in der Wüste. U.a. konnten wir Sandvipern, Blindschleichen, verschiedene Geckos und Chamäleons eingehend beobachten. Dann folgte noch eine Achterbahnfahrt über die Dünen, auf der man die Dünen “singen” hören konnte. Durch den abrutschenden Sand beginnen die Dünen zu brummen. Offenbar weiss man aber bis heute nicht so genau, wie dieses erstaunlich laute Brummen entsteht.

9. Januar 2009

Swakopmund – Windhoek (390 km Teer)

Gerne wären wir noch einige Tage länger faul in Swakopmund am Meer gelegen. Aber eben, der Alltag ruft auch bei uns, Stéphanie musste am 10. Januar ihren Flieger kriegen und Jürg am 12. wieder mit der Arbeit anfangen. Die Rückreise zeigte uns jedoch noch etwas: wir wohnen nur rund 3.5 Stunden vom Meer entfernt, nach namibischen Massstäben (die wir langsam annehmen) ein Katzensprung. 

Total 1100 km Teer und 900 km Feldweg





Leon und Lou in Namibia 6

10 01 2009

Die grossen Sommerferien sind für die Kinder nun vorbei und am Montag geht es wieder los mit Kindergarten. Wir hatten Besuch aus der Schweiz von Gotti Steffi, welche auch gleich Christkind für die Kinder gespielt hat und etliche Geschenke aus der Schweiz mitbrachte. Weihnachten bei 30°C zu feiern ist doch ziemlich anders als wir es uns gewohnt sind und so gab es Bescherung auf der Veranda und zur Abkühlung ein Bad im Pool!

Am 25. feierten wir dann den Geburtstag von Leon mit einer Kinderparty. Es war laut und chaotisch, aber Leon fand es grossartig und spricht jetzt noch davon. Er hat eine Taucherbrille und ein Brettchen gekriegt und übt nun fleissig schwimmen. Unter Wasser geht es schon richtig gut und er schafft bereits eine Breite im Pool. 

Am 26. gings dann los in die Ferien zum Zelten. Die Kinder liebten es den ganzen Tag draussen zu sein und beschäftigten sich wunderbar mit sich selbst. So wenig Streit und friedliche Tage hatten wir schon länger nicht mehr! Sie haben auch gelernt längere Distanzen zu gehen. Leon ist auf die höchste Düne der Welt gekraxelt und Lou ist auf die Blutkuppe rauf und wieder runter marschiert.

Lou hat in dieser Zeit gelernt den R zu sagen und nun rollt sie ihn in jedem Wort mit Wonne! Gestern hat sie gelernt Laufrad zu fahren und versucht nun leon hinterher zu düsen. Auch ist sie wieder gewachsen und lange geht es wohl nicht mehr, bis sie Leon eingeholt hat. 

Leon hat in den Ferien gelernt Velo zu fahren ohne Stützräder und ist nun mächtig stolz auf sich!

Leons Geburtstag

Lou im Reifen